Als Trainer Norbert Meier mit Christian Erwig den dritten Stürmer einwechselte, war die Blamage für Fortuna Düsseldorf spürbar.

Düsseldorf: Nach der Pleite in Lübeck

Meier: "Nicht in Ausreden flüchten"

mg
23. April 2008, 15:16 Uhr

Als Trainer Norbert Meier mit Christian Erwig den dritten Stürmer einwechselte, war die Blamage für Fortuna Düsseldorf spürbar.

Nach etwas mehr als 90 Minuten war sie für den Fußball-Regionalligisten mit dem 1:3 (1:1) beim VfB Lübeck perfekt. Zudem waren aus den drei Angreifern auf dem Platz wieder zwei geworden, weil Kenan Sahin in der 86. Minute wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte. Nach dem Spiel gab der heißblütige Stürmer den Unschuldigen: „Ich habe die Arme hochgenommen, das war kein Schlag. Der lässt sich einfach fallen.“ Schiedsrichter Marek Preuß, der sich zweieinhalb Wochen zuvor für die Absage der Begegnung entschieden hatte, stellte ihn nach kurzer Beratung mit seinem Assistenten vom Platz.
Es war die negative Krönung einer desolaten Vorstellung im Nachholspiel vom 29. Spieltag.

Das „I-Tüpfelchen“? „Nein“, sagte Meier, „es gab mehrere.“ Angefangen mit der fehlenden kämpferischen Einstellung über eine fast emotionslose Vorstellung bis zu haarsträubenden Abwehrfehlern. Die Fortuna verpasste mit der peinlichen Pleite beim beinahe-insolventen und fast abgestiegenen VfB Lübeck den möglichen Sprung auf den zweiten (Aufstiegs-)Platz. Im Übrigen völlig verdient. Denn die Gäste traten zu keiner Zeit wie ein aufstiegswilliges Team auf - widrige Begebenheiten hin oder her.

Der "Holper-Stolperrasen" im Stadion an der Lohmühle war zerfurchter als das Pickelgesicht eines pubertierenden Jugendlichen. Dazu fegte eine steife Brise von der Ostsee über die Hansestadt. Aber alles immer noch besser als die Seenlandschaft, die vor zweieinhalb Wochen zum kurzfristigen Ausfall geführt hatte. „In solche Ausreden dürfen wir uns gar nicht erst flüchten“, sagte Meier, „wir haben uns von Beginn an den Schneid abkaufen lassen.“

Lübeck kämpfte die Fortunen regelrecht nieder und kam zu den verdienten Treffern. Bei der ersten Ecke für den VfB griff Torwart Michael Melka daneben, Lucas Oppermann bedankte sich und netzte ein (12.). Auf der anderen Seite brachte die erste nennenswerte Szene den Ausgleich. Kenan Sahins Verzweiflungs-Flachschuss knallte an den Pfosten und Andreas Lambertz ließ anschließend Torwart Tobias Rott gekonnt aussteigen (24.).

Besser wurde die Begegnung dadurch nicht, auch wenn die von rund 200 eigenen Fans begleiteten Düsseldorfer in der zweiten Hälfte hatten den Wind im Rücken hatten. Doch das brachte kaum mehr Schwung ins Spiel des Favoriten.

Im Gegenteil: Es schlug wieder im Tor der Fortuna ein. Markus Anfang, der im Mittelfeld den wegen der fünften Gelben Karte gesperrten Marco Christ ersetzte, leistete sich eine Kopfballkerze. Den Ballgewinn nutzte erneut Oppermann zu einem sehenswerten Heber über Melka (68.), ehe Finn Lasse Thomas nach einem Konter die Blamage mit dem 1:3 zum Schlusspfiff perfekt machte. Meier: „Wir waren mit der Leistung von einem Spitzenteam weit entfernt.“

Dass die Fortuna in der verrückten dritten Liga trotzdem weiterhin nur zwei Punkte hinter den Aufstiegsrängen steht, ist vielleicht das einzige „I-Tüpfelchen“, das Meier gefallen dürfte. Allerdings bedeutet das auch, dass am Samstag bei RW Ahlen (14 Uhr, Wersestadion) ein Sieg Pflicht ist. Ausgerechnet beim Tabellenführer.

Autor: mg

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