Bayer Leverkusen geht trotz der Bundesliga-Niederlage gegen Mainz optimistisch ins Champions-League-Spiel gegen Real Madrid.

Bayer hat gegen Real Madrid nichts zu verlieren

15. September 2004, 09:26 Uhr

Bayer Leverkusen geht trotz der Bundesliga-Niederlage gegen Mainz optimistisch ins Champions-League-Spiel gegen Real Madrid. "Real ist nicht unschlagbar", meint Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler.

Im Spiel des Jahres will sich Bayer Leverkusen gegen Real Madrid in den siebten Fußball-Himmel katapultieren. Trotz der enttäuschenden Leistung beim 0:2 bei Aufsteiger FSV Mainz 05 am vergangenen Samstag geht der Werksklub heute (20.45 Uhr/live bei Premiere und Sat.1) mit breiter Brust in das Champions-League-Duell gegen die "Königlichen".

Leverkusen will sich Selbstvertrauen holen

"Wenn wir als Mannschaft auftreten, dann haben wir gute Chancen, sie zu schlagen. Mit einem Sieg können wir uns viel Selbstvertrauen für die weiteren Gruppenspiele holen", verkündete Kapitän Carsten Ramelow vor der Neuauflage des Finales in der "Königsklasse" 2002 optimistisch. Das Schlagerspiel gegen den neunmaligen Europapokalsieger der Landesmeister nimmt auch Bundestrainer Jürgen Klinsmann zusammen mit seinem Assistenten Joachim Löw als Gast in der BayArena in Augenschein.

Bislang gelang Bayer in fünf Spielen gegen den spanischen Rekordmeister zwar nur ein Remis, aber die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler fühlt sich pudelwohl in der Rolle des krassen Außenseiters gegen die Real-"Weltauswahl" mit Fußball-Ästheten wie Ronaldo, Zinedine Zidane, Luis Figo, David Beckham oder Roberto Carlos. "Wir haben nichts zu verlieren. Ich bin mir sicher, dass die Zuschauer eine andere Mannschaft als zuletzt in Mainz erleben werden. Real ist nicht unschlagbar", meinte "Auge", der gegen Real ebenfalls vor dem vorläufigen Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn steht.

Zwar gewannen die Madrilenen die ersten beiden Saisonspiele in der Primera Division jeweils mit 1:0, allerdings mussten sich die Real-Asse zuletzt sogar Pfiffe der heimischen Anhänger gefallen lassen. Auch hieraus schöpft Ramelow, der den weiterhin verletzten Jens Nowotny als Spielführer vertritt, zusätzlichen Mut: "Letztes Jahr war Real nominell ebenfalls die vielleicht beste Mannschaft Europas, aber es lief trotzdem nicht rund."

"Wir dürfen keinen Respekt haben"

Klar ist den "Auge"-Mannen, dass sie eine Klasseleistung wie zuletzt daheim gegen Bayern München (4:1) am Mittwoch vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena abrufen müssen, um gegen Real zu bestehen. "Beide Mannschaften lieben den offensiven Fußball. Ich denke, wir können uns auf ein Spektakel freuen", erklärte Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser. Nationalspieler Bernd Schneider freut sich ebenfalls auf das Match: "Es ist schon etwas ganz Besonderes. Wir dürfen keinen Respekt haben und unsere mannschaftliche Stärke in die Waagschale werfen."

Augenthaler ließ Real genau in Augenschein nehmen. Die Analyse des ersten Champions-League-Gruppengegners belief sich auf 40 Seiten. "Wir haben Real intensiv beobachtet. Wir kennen alle Stärken und Schwächen. Ich hoffe, dass es einige Schwächen gibt", äußerte Augenthaler, der sich im übrigen wenig Sorgen um den brasilianischen Stürmerstar und WM-Torschützenkönig Ronaldo macht. Denn als Gegenspieler sind dessen Landsleute Juan und Roque Junior vorgesehen. Augenthaler: "Wenn die nicht wissen, wie sie gegen ihn spielen müssen, wer dann?"

Bei Real sitzen Raul und Owen wohl erstmal auf der Bank

Im Lager der Madrilenen, die am Dienstagmittag in Deutschland eintrafen und im mondänen Schlosshotel Bensberg Quartier bezogen, verdichteten sich im übrigen die Anzeichen, dass die Gäste ohne den spanischen Stürmerstar Raul in der Anfangsformation antreten werden. Im Training bot Trainer Jose Antonio Camacho Fernando Morientes an der Seite von Ronaldo auf. Dies würde darauf hindeuten, dass sowohl Raul als auch Zwölf-Millionen-Euro-Zugang Michael Owen zunächst auf der Bank sitzen werden.

Gute Erinnerungen an Leverkusen hat Real-Torwart Iker Casillas: "Das Finale 2002 hat mein Leben verändert." Damals wurde er im Glasgower Hampden Park eingewechselt und avancierte in der Schlussphase mit etlichen Glanzparaden zum Garanten für den schmeichelhaften 2:1-Sieg der Königlichen. "Wie stark Leverkusen ist, hat man beim Sieg gegen Bayern gesehen", meinte er mit Respekt.

Autor:

Kommentieren