Wenn Martin Meichelbeck am 15. Mai wieder auf sein Konto schaut, dann wird er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können.

Bochum: Martin Meichelbeck liebäugelt mit Wechsel

„Frustrierende Situation“

gp
22. April 2008, 09:07 Uhr

Wenn Martin Meichelbeck am 15. Mai wieder auf sein Konto schaut, dann wird er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können.

Denn dass neben dem Gehalt auch eine Prämie eingeht, das gehörte in der laufenden Spielzeit zu den Ausnahmen. Sein Einsatz in Wolfsburg war erst das vierte Match für den Defensiven. Dabei ist er eigentlich ein Punktegarant, denn bei seinen ersten Auftritten daheim gegen Bremen und in Cottbus verlor der VfL ebenso nicht wie bei seinem Einsatz gegen Hannover und jetzt in der VW-Stadt. Doch vier Matches von insgesamt 29, das macht einen Profi nicht wirklich glücklich. So gestand er nach dem Sieg in Wolfsburg: „Es ist für mich eine frustrierende und traurige Situation.“

Denn obwohl der gebürtige Bamberger zu Marcel Koller ein gutes Verhältnis hat („Menschlich haben wir überhaupt keine Probleme“), scheint der Schweizer kein Faible für den 31-Jährigen zu haben. Meichelbeck: „Auf der linken Seite bin ich nur zweite Wahl, in der Innenverteidigung nur eine Notlösung, da kann ich mir ausrechnen, dass meine Perspektiven nicht besser werden.“ Erst recht nicht, wenn man weiß, dass auf der linken Position noch ein Neuer gesucht wird.

Meichelbeck, dienstältester VfL-Profi, der mittlerweile in der achten Saison beim VfL spielt, und noch einen Vertrag für die kommende Spielzeit besitzt, wartet nun erst einmal die Personalentwicklungen ab: „Ich möchte auf jeden Fall im kommenden Jahr wieder regelmäßig Fußball spielen. Wenn das in Bochum nicht möglich ist, dann kann ich sicherlich mit dem VfL darüber reden.“

Eine sachliche Analyse ohne Groll, denn Meichelbeck ist ein Teamplayer, der nie sein persönliches Schicksal über das der Mannschaft stellen würde. Doch selbst wenn er in der kommenden Saison sein sportliches Glück nicht finden sollte, um den Hobby-Pianisten braucht man sich keine Sorgen zu machen. Nachdem er gerade sein mündliches Examen mit der Note 1,0 abgeschlossen hat, darf er sich nach Abgabe der schriftlichen Abschlussarbeit Sozialer Verhaltenswissenschaftler nennen. Jetzt will er noch promovieren und scherzt schon: „Die Krönung wäre, mit einem Trikot und der Aufschrift Dr. Meichelbeck aufzulaufen.“

Doch zuvor trägt er als besonderes Zeichen nach außen zunächst erst einmal einen anderen Gegenstand – einen Ehering. Mitte Mai, die standesamtliche Hochzeit findet an einem Sonntag statt, nimmt er seine Verlobte Eva zur Frau und verrät: „Die kirchliche Hochzeit wird im nächsten Jahr in Bamberg stattfinden.“

Während er also privat das große Los gezogen hat, muss er sich sportlich wohl mit folgender Situation abfinden: „Es ist sicherlich nicht schön, wenn man den Großteil der Saison in der Lostrommel um die begehrten Plätze im Team nicht dabei ist.“

Aber sein Berater Fritz Popp, der 1966 als Verteidiger mit dem 1. FC Nürnberg zu Meisterehren kam, wird den bald verheirateten Linksfuß und Doktor in spe schon bei einem guten Club unterbringen. Denn als Mitglied einer intakten Mannschaft ist der „Lange“ einfach unersetzlich.

Autor: gp

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