Trotz einer 1:2-Niederlage bei Banik Ostrau hat sich Bundesligist Bayer Leverkusen für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Die Rheinländer profitierten dabei vom 5:0-Erfolg aus dem Hinspiel.

Leverkusen trotz Niederlage im Konzert der Großen

25. August 2004, 22:45 Uhr

Trotz einer 1:2-Niederlage bei Banik Ostrau hat sich Bundesligist Bayer Leverkusen für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Die Rheinländer profitierten dabei vom 5:0-Erfolg aus dem Hinspiel.

Im Schongang hat sich Bayer Leverkusen zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte für die Champions-League-Gruppenphase qualifiziert. Zwei Wochen nach dem 5:0-Kantersieg zog die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler trotz eines 1:2 (0:1) beim tschechischen Meister Banik Ostrau in die Runde der besten 32 Teams ein.

Michal Papadopoulos (38.) erzielte das Führungstor für die Gastgeber vor nur 5396 Fans, wobei dem Treffer ein schwerer Patzer von Torwart Jörg Butt vorausging, der sich von Mario Licka anfängerhaft ausspielen ließ. In der 77. Minute glich der Bulgare Dimitar Berbatow auf Vorarbeit von Jacek Krzynowek aus. Der eingewechselte Libor Zurek erzielte in der 83. Minute das Siegtor für Ostrau, nachdem er zuvor in der 72. Minute eine Großchance vergeben hatte.

Der neue Bayer-Chef Wolfgang Holzhäuser konnte sich trotz der Niederlage freuen, denn seine Mannschaft hat mit dem Weiterkommen garantierte Einnahmen von schätzungsweise 15 Millionen Euro in der Königsklasse unter Dach und Fach gebracht. Holzhäuser kündigte zudem im Interview bei Sat.1 an, Ex-Teamchef Rudi Völler mit allen Mitteln zurück zu Bayer holen zu wollen.

"Ich habe auch mit einigen wichtigen Mitarbeitern gesprochen, unisono herrscht die Auffassung im Klub vor, Rudi Völler unter allen Umständen einzubinden. Im Moment laufen sehr positive Gespräche. Man muss diese abwarten, es sind ein paar Details zu klären, das gehört bei einer derart wichtigen Personalie dazu. Wir hoffen, dass Rudi Völler sich für uns entscheiden wird", sagte Holzhäuser. Die Position des Weltmeisters von 1990 wollte der Bayer-Geschäftsführer allerdings nicht genau umreißen. Allerdings werde man Völler nicht zum "Grüßaugust" machen.

Von Bayer war unterdessen in den 90 Minuten kaum etwas zu sehen. Der Brasilianer Franca, dreifacher Torschütze im Hinspiel, war ebenso abgemeldet wie Berbatow. Aus dem Mittelfeld kam zu wenig, Robson Ponte und Bernd Schneider konnten keine entscheidenden Impulse setzen. Überzeugen konnten lediglich Innenverteidiger Juan und Kapitän Carsten Ramelow.

Der Wunsch von "Auge" ("Ich will auf der Bank sitzen, ohne zittern zu müssen") wurde ihm von seinen Schützlingen aber nur teilweise erfüllt. Bayer spielte wie schon zuletzt im Pokal bei den Amateuren des FSV Mainz 05 eher pomadig und tat nur das Nötigste. Die junge Ostrauer Mannschaft wirkte dagegen sehr engagiert und versuchte, sich so teuer wie möglich zu verkaufen.

Bis auf den am Knie verletzten Kapitän Jens Nowotny konnte Bayer-Trainer Klaus Augenthaler die stärkste Formation im Drittrunden-Rückspiel der Champions-League-Qualifikation bei Banik Ostrau aufbieten. Weil der 30-Jährige nicht zur Verfügung stand, stellte der Bayer-Coach von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Die rechte Außenposition übernahm der Schwede Teddy Lucic.

Dagegen hatte Banik-Trainer Frantisek Komnacky sein Team gegenüber dem unglücklichen 0:5 im Hinspiel auf sieben Positionen verändert. Nur noch vier Leute waren vom Duell in Leverkusen übriggeblieben. EM-Teilnehmer Marek Heinz, Torschützenkönig der vergangenen Saison in Tschechien mit 19 Treffern, war zudem von Banik in einer Blitzaktion für 1,5 Millionen Euro Ablösesumme Anfang der Woche zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach transferiert worden. Heinz, der im Hinspiel zu den auffälligsten Gästespielern gehört hatte, war gegen Leverkusen natürlich auch nicht mehr dabei.

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