Augenthaler geht kein Risiko ein

oly
25. August 2004, 08:41 Uhr

Trotz eines Fünf-Tore-Polsters geht Bayer Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler für das Rückspiel in der Champions-League-Qualifaktion bei Banik Ostrau kein Risiko ein und spielt in Bestbesetzung.

Auf Nummer sicher will Klaus Augenthaler in der Champions-League-Qualifikation und den damit verbundenen Einnahmen von 15 Millionen Euro gehen. Der Trainer von Bayer Leverkusen lässt trotz eines beruhigenden 5:0-Polsters aus dem Hinspiel heute Abend (20.45 Uhr/live in Sat.1) gegen den tschechischen Meister Banik Ostrau seine beste Mannschaft auflaufen.

"Ich kenne meine Pappenheimer. Auch wenn wir mit dem Fünf-Tore-Vorsprung ein dickes Polster haben, werde ich nicht experimentieren, das wäre das falsche Signal", erklärte der 46 Jahre alte Coach. Denn Augenthaler spricht aus Erfahrung: "1986 hätten wir mit Bayern München im Viertelfinale des Europokals der Landesmeister gegen den RSC Anderlecht auch fast überheblich ein 5:0 aus dem Hinspiel in nur einer Halbzeit in Brüssel verzockt. Damals waren mit dem 0:2 nach den ersten 45 Minuten noch gut bedient. Ich sage es noch einmal: Mit Hacke, Spitze, eins, zwei drei, geht es nicht."

Freier muss für Lucic weichen

Dabei erhält der schwedische Nationalspieler Teddy Lucic als rechter Verteidiger in der Viererabwehrkette eine Chance, dafür muss der Ex-Bochumer Paul Freier weichen. "Der hat hat mir in Mainz so gut auch nicht gefallen", sagte "Auge" am Dienstagnachmittag auf der Pressekonferenz und vertraut auf die internationale Erfahrung des EM-Teilnehmers Lucic.

Der Bayer-Coach hat am Mittwoch einen großen Wunsch: "Ich will auf der Bank sitzen, ohne zittern zu müssen. Aber das Spiel wird kein Selbstläufer." Die diskrete Vorstellung der Rheinländer im Pokal am vergangenen Samstag bei den Amateuren von Mainz 05 hat er nochmals deutlich angesprochen. Augenthaler: "Wir müssen mehr Konstanz ins Spiel bringen."

Nowotny weiter in Behandlung

Im Balazy-Stadion muss es für Bayer neben dem Langzeitverletzten Clemens Fritz (Wadenbeinbruch) ohne Jens Nowotny gehen. Der Kapitän flog nicht mit nach Tschechien, sondern trainiert in der Heimat und lässt sein lädiertes Knie behandeln, um möglicherweise im Bundesliga-Hit am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) gegen Bayern München dabei sein zu können.

Der Bayer-Kapitän indes macht nicht in Panik gegen Banik, gab seinen Kameraden aber mit auf dem Weg: "Spielt 90 Minuten konzentriert, dann dürfte nichts mehr anbrennen. Aber man darf nicht den Tag vor dem Abend loben. Schließlich wollen wir wieder große internationale Fußball-Feste in der BayArena erleben."

Franca siegessicher

Davon ist Torjäger Franca felsenfest überzeugt: "Ich bin 2002 zu Bayer gekommen, um in der Champions League zu spielen. Und das werden wir in dieser Saison auch tun." Der Brasilianer war im Hinspiel mit drei Toren der Garant für den klaren Sieg.

Die Gruppenphase der "Königsklasse" dürfte Ostrau kaum noch schaffen. Zumal EM-Teilnehmer Marek Heinz, Torschützenkönig der vergangenen Saison in Tschechien mit 19 Treffern, in einer Blitzaktion für 1,5 Millionen Euro Ablösesumme zu Borussia Mönchengladbach wechselte und gegen Bayer nicht mehr dabei ist.

Autor: oly

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