Wer Stefan Janßen kennt, weiß, dass er mehr als ehrgeizig ist. Und aus diesem Grund ist seine Entscheidung, im Sommer als Trainer des VfB Speldorf aufzuhören, nach der miserablen Saison verständlich. Denn der ehemalige Schalker kann mit Niederlagen nicht leben. RevierSport unterhielt sich mit dem Ex-Essener Schwarz-Weißen über seine Entscheidung, die Hintergründe und seine Zukunft.

Speldorf: Janßen will mit Rücktritt Weg frei machen

"Hätte Typen wie Egler nicht abgeben dürfen!"

tr
17. April 2008, 17:53 Uhr

Wer Stefan Janßen kennt, weiß, dass er mehr als ehrgeizig ist. Und aus diesem Grund ist seine Entscheidung, im Sommer als Trainer des VfB Speldorf aufzuhören, nach der miserablen Saison verständlich. Denn der ehemalige Schalker kann mit Niederlagen nicht leben. RevierSport unterhielt sich mit dem Ex-Essener Schwarz-Weißen über seine Entscheidung, die Hintergründe und seine Zukunft.

Herr Janßen, warum werden Sie am Saisonende das Handtuch werfen?

Nach dem Match in Kleve, welches wir hätten nicht verlieren müssen, habe ich Michael Klauß von meiner Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Meine Bilanz erdrückt mich. Ich habe nur fünf Mal gewonnen. Das ist zu wenig. Und ich denke, dass es für den Verein schwierig werden könnte, eine Niederlage in der neuen Saison mit mir zu verkaufen. Denn schließlich will der Club ja wieder nach oben und da darf man sich keine Pleiten erlauben.
Wie schwer ist Ihnen der Entschluss gefallen, denn schließlich sind Sie als Spieler mit dem VfB auch aufgestiegen?

Es hört sich vielleicht blöd an, aber sie tut sehr weh. Aber ich habe mein persönliches Ziel meilenweit verfehlt, also muss ich konsequent sein. Ich bin sehr enttäuscht, dass wir unsere Ambitionen so früh aus den Augen verloren haben. Viele Leute haben mir das Vertrauen geschenkt, aber es hat nicht sein sollen. Also trennen wir uns lieber im Guten, als dass man mich irgendwann davon jagt. Ich bin immer ehrlich. Und wenn ich das bin, muss ich feststellen, dass es nicht gereicht hat.
Worin sehen Sie den größten Fehler, warum die Qualifikation für die NRW-Liga nicht geklappt hat?

Ich hätte einen Typen wie Andreas Egler nicht abgeben dürfen. Er ist ein – im positiven Sinn - Schweinehund, der sich immer wehrt und auch gegen gesteuert hätte. Das war menschlich wie auch sportlich mein größter Fehler, ihn im Winter abzugeben. Aber wenn man nichts versucht, weiß man auch nicht, ob man was falsch oder richtig gemacht hat.

Sind Sie von den Akteuren enttäuscht?

Der ein oder andere Spieler hat sicherlich nicht das gebracht, was er kann. Aber was ich besonders verurteile, ist die fehlende Einsatzbereitschaft. So etwas kann und werde ich nicht verstehen.

Haben Sie schon ein neues Eisen im Feuer?

Nein. Ich muss jetzt erst einmal mit dieser Situation klar kommen. Denn jetzt sofort aufzuhören, wäre sinnlos gewesen, weil ich nicht weglaufe. Wir ziehen das Ding zu 100 Prozent durch. Ich wünsche mir vom Team jedoch noch den ein oder anderen Sieg. Vielleicht können wir ja noch einen Platz nach oben klettern und die schlechte Serie ein wenig begradigen. In der neuen Saison ist dann der Weg zu einer hoffentlich guten Serie frei.

Autor: tr

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