Kampf "AufSchalke" um Europas Fußball-Krone

26. Mai 2004, 08:47 Uhr

Der AS Monaco und der FC Porto streiten sich heute Abend ab 20.45 Uhr um die Krone des europäischen Vereinsfußballs. Das Finale der Champions League steigt in der Arena "AufSchalke".

Wie die Gallier "Asterix und Obelix" gegen die Übermacht der Römer wollen sich auch die Fußball-Asse des AS Monaco im Champions-League-Finale behaupten und ihre Erfolgsgeschichte zu einem triumphalen Ende führen. Und die Grimaldis mit Fürst Rainier und Prinz Albert an der Spitze drücken am Mittwoch in der Loge der Arena AufSchalke im Endspiel gegen den FC Porto (20.45 Uhr/live bei Premiere und Sat.1) ihrer Mannschaft die Daumen.

"Ich glaube an das Schicksal. Das Finale findet am 26. Mai statt. Am gleichen Datum haben wir mit Olympique Marseille Milan vor elf Jahren in München geschlagen. Es ist mein Traum, als erster französischer Trainer die Champions-League-Trophäe in die Höhe zu reißen", sagte der einstige Weltklassespieler Didier Deschamps und will vor 53.053 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke auch als Coach Fußball-Geschichte schreiben.

Das wichtigste Spiel der Geschichte

Doch möglicherweise ist das wichtigste Spiel in der Geschichte der Monegassen das letzte von Frankreichs Welt- und Europameister. Denn der 103-malige Nationalspieler Deschamps wird heftig von Italiens Rekordmeister Juventus Turin, wo er einst gespielt hatte, umworben. "Zu meiner Zukunft sage ich nichts. Ich denke nur an das Finale", erklärte der 35-Jährige auf der Pressekonferenz am Mittwoch in Gelsenkirchen.

Auch sein Kollege Jose Mourinho sitzt wahrscheinlich am Mittwoch zum letzten Mal auf Portos Trainerbank. Der 41 Jahre alte Coach soll Nachfolger von Claudio Ranieri beim FC Chelsea werden. Der Italiener Luigi del Neri von Chievo Verona soll voraussichtlich einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten und den 41-Jährigen in Porto beerben. "Meine Zukunft kann Chelsea sein, jetzt verlangt das Finale hundert Prozent. Ob es mein letztes Spiel für Porto ist, weiß ich nicht, ich weiß, dass es das wichtigste meiner Karriere ist. Dafür habe ich zwei Jahre gearbeitet´, erklärte Mourinho."

Super-Teams blieben auf der Strecke

Deschamps und Mourinho düpierten mit ihren Mannschaften die Großen und Reichen in der Champions League, die eine Saison der Überraschungen erlebte, eine Bühne der Außenseiter war. Die Superteams wie Real Madrid, AC Mailand, Manchester United, FC Chelsea oder FC Arsenal blieben auf der Strecke, die "Königsklasse" wurde zum Tummelplatz der Außenseiter aus Monaco und Porto.

"Es ist ein Wunder, dass wir hier sind, wir haben etwas Zauberhaftes erreicht", sagte Kapitän Ludovik Giuly vor dem 126. Europapokalspiel der Monegassen, die vor allem auf Superstar Fernando Morientes setzen, der nach den drei Champions-League-Triumphen mit Real Madrid (1998, 2000, 2002) zum vierten Mal die wertvollste Trophäe im Vereinsfußball gewinnen will.

Alle blicken auf Morientes

"Ohne ihn wären wir nicht im Finale, er hat die entscheidenden Tore gemacht", sagt Deschamps. Der Stürmerstar führt die Torjägerliste im laufenden Wettbewerb der "Königsklasse" mit neun Treffern an, schoss in bislang 66 Champions-League-Partien 26 Tore. Deschamps hofft: "In großen Spielen erkennt man die großen Spieler." Jupp Heynckes, der mit Real Madrid und Morientes 1998 die Champions League gewann, versuchte in der abgelaufen Saison den Spanier auf Leihbasis nach Schalke zu holen. Doch nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen zog es diesen an die Cote d"Azur. "Er ist ein super Junge, bescheiden, ein wunderbarer Fußballer und ein toller Stürmer", lobt Heynckes Morientes. Der 28 Jahre alte Stürmer hat seine Knöchelverletzung auskuriert und kann laut Vereinsarzt Dr. Eric Buracchi "mit 90-prozentiger Sicherheit" spielen.

Porto ist eine Top-Mannschaft

Auch wegen Morientes ist der siebenmalige französische Meister gegen den 20-maligen portugiesischen Titelträger und vorjährigen UEFA-Cup-Sieger Favorit. "Porto ist eine Top-Mannschaft mit einem hervorragenden Zusammenhalt, guter Raumaufteilung und einer konsequenten Deckung", lobt Heynckes allerdings die Portugiesen, die 1987 in Wien überraschend mit 2:1 gegen Bayern München zum bislang einzigen Mal den Europapokal der Landesmeister erringen konnten.

"Das ist das größte Spiel der Welt. Wir sind im Finale in Gelsenkirchen, und nicht die Großen, weil wir sie geschlagen haben", meint Mourinho stolz. Und Portugals Fußball-Legende Eusebio von Benfica Lissabon hofft: "Wenn Porto das Finale gewinnt, bedeutet das für Portugal einen Schub für die Europameisterschaft. Portos Stars Derlei und Decu werden es richten."

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