Für den Türkischen SV Witten entwickelt sich 2008 zu einem echten Chaos-Jahr. Nach der 0:8-Pleite beim VfB Westhofen trat Cengiz Burunc als Spielertrainer zurück. Die sportliche Krise passt in das Gesamtbild des Vereins, der zudem auch noch ohne Vorstand da steht.

Bezirksliga 14: Türkischer SV Witten droht der Abstieg

Der tiefe Sturz ins Chaos

Felix Guth
15. April 2008, 14:46 Uhr

Für den Türkischen SV Witten entwickelt sich 2008 zu einem echten Chaos-Jahr. Nach der 0:8-Pleite beim VfB Westhofen trat Cengiz Burunc als Spielertrainer zurück. Die sportliche Krise passt in das Gesamtbild des Vereins, der zudem auch noch ohne Vorstand da steht.

"Im Moment fehlen die Perspektiven", sagt Murat Sariboga, derzeit noch Sportlicher Leiter und zugleich Spieler. Bei der Mitgliederversammlung fand sich niemand, der künftig Verantwortung übernehmen möchte. Parallel zur Führungskrise beschleunigte sich der sportliche Niedergang, der nun in Westhofen seinen vorläufigen Tiefpunkt gefunden hat.

"Diese Leistung war indiskutabel", sagte Burunc, der direkt im Anschluss an das 0:8-Debakel nach knapp einem halben Jahr als Spielertrainer zurücktrat. Für das TSV-Mittefeld wird er in den verbleibenden sechs Partien "mit vollem Einsatz" zur Verfügung stehen. Angesichts der dauerhaften Leistungsverweigerung der Mannschaft möchte er sich die Trainerverantwortung aber nicht mehr antun. Vorerst wird Defensivmann Semin Salkanovic den Job übernehmen.

"Einige sind hier nicht bei der Sache", beobachtete Murat Sariboga. Statt "mit anderen Verein zu flirten" solle sich die Mannschaft lieber wieder auf den Bezirksliga-Alltag konzentrieren. Der langjährige Trainer und Vorsitzende des Vereins hat derzeit wenig Hoffnungen auf eine positive Zukunft. "Das ist das, was dabei herauskommt, wenn sich niemand einbringen will", sagt er.

Dabei waren die Zeiten noch vor kurzem so schön: Über mehrere Jahre hinweg gehörte der TSV zu den positiven Erscheinungen im Wittener Fußball und kletterte von der Kreisliga B in die Bezirksliga. Noch in der vergangenen Saison wurde das Team Dritter. Doch mit dem Abgang einiger Leistungsträger und der erfolglosen Zusammenarbeit mit Trainer Hartwig Zecher begann die Krise, die sich derzeit im 14. Tabellenplatz und zwei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ausdrückt.

Den Verein werde es aber auch im Falle des Abstiegs weiter geben, ist sich Sariboga sicher. Wenn sich denn ein Vorstand findet. Die Wahlversammlung sollte ursprünglich in dieser Woche stattfinden, wurde aber auf Anfang Mai verschoben.

Autor: Felix Guth

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