Mit dem fünften Platz nach der Hauptrunde und der erstmaligen, zudem direkten, Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale, spielten die Iserlohn Roosters die beste Saison seit ihrer DEL-Zugehörigkeit.

Iserlohn Roosters: Saisonrückblick

Traumduo Hock und Wolf

Michael Topp
14. April 2008, 23:20 Uhr

Mit dem fünften Platz nach der Hauptrunde und der erstmaligen, zudem direkten, Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale, spielten die Iserlohn Roosters die beste Saison seit ihrer DEL-Zugehörigkeit.

[box_rsprint]Die zwei entscheidenden Momente: Am 28. Spieltag drehten die Roosters das Heimspiel gegen Mannheim mit einem eindrucksvollen Finish. Denn nach einem 0:3-Rückstand gegen den Meister gelang im letzten Drittel eine sensationelle Aufholjagd, in der Schlussphase glichen die Sauerländer mit zwei Treffern innerhalb von 35 Sekunden aus und machten in der Overtime den 4:3-Sieg klar. Damit demonstrierten die Iserlohner eindrucksvoll ihren Kampfgeist und Siegeswillen - entscheidende Tugenden auf dem Weg in die Play-offs.

Ein zweites Schlüsselspiel fand erneut gegen Mannheim statt. Diesmal nach der zweiten Länderspielpause am 53. Spieltag. Denn nach einer 0:7-Pleite in Straubing rehabilitierten sich die Iserlohner mit einem 3:1 bei den Adlern und stellten damit endgültig die Weichen Richtung Platz fünf.

Verlierer: Trotz der überragenden Serie gab es auch Verlierer. Der Größte: Trainer Rick Adduono. Trotz des fünften Platzes wurde der Vertrag mit ihm nicht verlängert. Der Vorstand bewertete seine finanziellen Forderung als überzogen. Adduono selbst beteuerte, nur das Gehaltsniveau seiner Vorgänger erreichen zu wollen. Ein weiterer Verlierer: Verteidiger Luke Sellars. Der Verteidiger wurde als Problemfall verpflichtet, prügelte sich dann aber im Alkoholrausch durch eine Disco und missbrauchte das in ihn gesetzte Vertrauen schon kurz nach Saisonbeginn. Weitere Verlierer: Die Nachwuchsakteure Martin Schymainski und Matthias Potthoff, die in ihrer Entwicklung stagnierten und nur wenig Spielanteile erhielten.

Gewinner: Der Eishockey-Standort Iserlohn untermauerte eindrucksvoll seine Existenzberechtigung, auch abseits der großen Arenen und Metropolen. Als einziger Klub verzeichneten die Sauerländer gegen den ligaweiten Trend deutlich steigende Zuschauerzahlen.

Auch Manager Karsten Mende darf sich zu den Gewinnern zählen, denn alle Neuzugänge schlugen ein. Herausragende Stellungen in einer sehr homogenen Mannschaft besaßen zwei deutsche Spieler: Michael Wolf und Robert Hock entwickelten sich zum Traumduo der Liga und dominierten die Torschützen- und Scorerliste. Zwei Deutsche an der Spitze – das gab es noch nie in der DEL-Historie.

Wünsche: Dem Klub ist zu wünschen, dass seine stets mit großer Behutsamkeit, Geduld und Weitsicht betriebene Finanz- und Personalpolitik weiterhin belohnt wird, dass sich der Aufschwung in kleinen Schritten fortsetzt und Begehrlichkeiten anderer, wirtschaftlich potenterer Klubs abgewiesen werden können.

Autor: Michael Topp

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