Blindenfußball boomt! Spätestens seit dem Start des bundesweiten Ligaspielbetriebes am 30. März erfährt die in Deutschland noch recht junge Sportart enorme Beachtung. Angetrieben von der breiten Berichterstattung und der ihr folgenden öffentlichen Wahrnehmung erkennen auch die Institutionen im organisierten Behindertensport, dass mit der exotischen Sportart auf vielen Ebenen gepunktet werden kann. Dieser Erkenntnis folgt aktuell das Essener Franz Sales Haus, das neben seinen vorbildlichen Sportangeboten für Menschen mit geistiger Behinderung nun auch blinden Fußballern nahezu professionelle Bedingungen bietet.

Behindertensport: Essen bleibt zentraler Blindenfußball-Stützpunkt in NRW

Franz Sales Haus baut Angebot aus

tw
14. April 2008, 19:45 Uhr

Blindenfußball boomt! Spätestens seit dem Start des bundesweiten Ligaspielbetriebes am 30. März erfährt die in Deutschland noch recht junge Sportart enorme Beachtung. Angetrieben von der breiten Berichterstattung und der ihr folgenden öffentlichen Wahrnehmung erkennen auch die Institutionen im organisierten Behindertensport, dass mit der exotischen Sportart auf vielen Ebenen gepunktet werden kann. Dieser Erkenntnis folgt aktuell das Essener Franz Sales Haus, das neben seinen vorbildlichen Sportangeboten für Menschen mit geistiger Behinderung nun auch blinden Fußballern nahezu professionelle Bedingungen bietet.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/151-7450_preview.jpeg Rene Thissen (Blindenfußball Rhein-Ruhr DJK Franz Sales Haus, Foto hinten) im Zweikampf mit Nationalmannschafts-Kollege Alexander Fangmann (MTV Stuttgart). (Foto:firo)[/imgbox]Mit der neu gegründeten Abteilung „Blindenfußball Rhein-Ruhr“ schenkt sie den nach dem Rückzug der BSG Essen zwischenzeitlich verwaisten Bundesligaspielern gleichzeitig eine neue Heimat. „Wir sind dem Franz Sales Haus sehr dankbar, dass wir mit offenen Armen empfangen wurden und nun hervorragende Rahmenbedingungen für unseren Sport geboten bekommen“, betont daher auch der Kapitän des Bundesligisten „Blindenfußball Rhein Ruhr“, René Thissen, der als Nationalspieler im September 2007 erstmals an einer Europameisterschaft teilnahm.

Das Tempo in der Institutionalisierung des Blindenfußballs ist hoch - nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die international als 5-a-side-Soccer bekannte Sportart paralympischen Status besitzt und somit aus Mitteln des Bundesinnenministeriums gefördert wird. In Rekordzeit schuf der Deutsche Behindertensportverband (DBS) im letzten Sommer ein Nationalteam. Der Unterbau im Breitensport muss hingegen noch entwickelt werden. „Deswegen stellt der DJK Franz Sales Haus e.V. ab sofort blinden Fußballern aus ganz NRW Räumlichkeiten zum Training im modernen Sportzentrum Ruhr zur Verfügung“, erklärte Günter Oelscher, Direktor des Franz Sales Hauses, bei der Vorstellung der neuen Fußball-Abteilung.

Als Geburtshelfer auf nationaler Ebene positioniert sich seit März 2008 auch die Sepp Herberger Stiftung des DFB, dessen Geschäftsführer Manuel Neukirchner weiß: „Heute wird in 21 Ländern Blindenfußball gespielt. Wir unterstützen diesen Sport, damit er sich auch in der Fußballnation Deutschland etablieren kann.“ Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung wurde Ende März mit der Gründung der Deutschen Blindenfußball-Bundesliga (DBFL) gemacht. Die „Keimzelle“ Essen, wo das Altenessener goalfever™ Center im April 2007 Schauplatz des ersten bundesweiten Leistungs- und Sichtungslehrgangs war, bleibt dank des Franz Sales Hauses als NRWStützpunkt mit einem Bundesliga-Team erhalten.

Autor: tw

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