Der AS Monaco hat im Halbfinal-Hinspiel der Champions League den FC Chelsea mit 3:1 nach Hause geschickt. Die Monegassen schlugen dabei zweimal in Unterzahl zu, da Andreas Zikos die Rote Karte bekommen hatte.

Monaco überfährt Chelsea mit zehn Mann

20. April 2004, 22:48 Uhr

Der AS Monaco hat im Halbfinal-Hinspiel der Champions League den FC Chelsea mit 3:1 nach Hause geschickt. Die Monegassen schlugen dabei zweimal in Unterzahl zu, da Andreas Zikos die Rote Karte bekommen hatte.

Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League hat der AS Monaco den FC Chelsea am Dienstagabend mit 3:1 (1:1) geschlagen. Der Viertelfinal-Bezwinger von Topfavorit Real Madrid entzauberte die Londoner vor 30.000 Zuschauern im Stade Louis II in Unterzahl und steht damit im Rückspiel in zwei Wochen vor dem Sprung ins Endspiel in der Arena AufSchalke und damit vor dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Monacos Führung durch den kroatischen Nationalspieler Dado Prso in der 17. Minute glich Londons Argentinier Hernan Crespo nur fünf Minuten später aus. Monaco verlor in der 51. Minute Andreas Zikos, der wegen einer angeblichen Tätlichkeit an Claude Makelele von Schiedsrichter Urs Meier (Schweiz) äußerst umstritten die Rote Karte sah. Für den Griechen bedeutete die Entscheidung schon den zweiten Platzverweis im laufenden Wettbewerb. Trotzdem setzten die Gastgeber aber alles auf eine Karte, stürmten in Unterzahl auf das Chelsea-Tor und trafen in der 77. Minute durch Fernando Morientes zum 2:1. Sechs Minuten vor Schluss erhöhte der kurz zuvor eingewechselte Shabani Nonda sensationell auf 3:1.

Keine Furcht vor großen Gegnern

"Ich fürchte keine Mannschaft mehr. Wir haben es geschafft, Real zu besiegen. Nun wollen wir uns dafür auch mit einem großen Titel belohnen", hatte Monacos Coach Didier Deschamps vor dem Spiel optimistisch gesagt. Nach dem Aus von Favoriten wie Titelverteidiger AC Mailand, Arsenal London und Manchester United stehen sich in der zweiten Partie des Überraschungs-Semifinales am Mittwoch (20.45 Uhr) UEFA-Cup-Sieger FC Porto und Deportivo La Coruna gegenüber.

Monaco spielte gegen Chelsea lange mit zuviel Respekt, in den ersten 45 Minuten bestimmte die Mannschaft von Londons Trainer Claudio Ranieri eindeutig das Spiel. Kämpferisch stark kamen sie immer wieder gefährlich vor das Tor von Flavio Roma. Überraschend dann dennoch die Führung der Gastgeber, als Prso einen Freistoß des französischen Nationalspielers Jerome Rothen per Kopf verwandelte und damit bereits einen siebten Treffer im neunten Spiel in der Champions League erzielte.

Auch Makelele fehlt

Der Südamerikaner, der in London überhaupt nicht zu seiner Form findet, revanchierte sich aber schon wenig später, als er Monacos völlig verwirrte Abwehr aus leicht abseitsverdächtiger Position aus kurzer Distanz überwand. Sofort zu Beginn der zweiten Halbzeit startete Monaco heftige Attacken, in der 50. Minute musste Desailly in letzter Not auf der Linie nach einem Kopfball von Morientes klären. Kurze Zeit später sah Zikos "Rot", auch Makelele fehlt nach der zweiten Gelben Karte im Rückspiel. In Unterzahl stürmte Monaco aber zum Sieg.

Für den 35-jährigen Deschamps, französischer Welt- (1998) und Europameister (2000), war das Heimspiel gegen seinen Ex-Klub etwas ganz Besonderes: "Ich habe nach meinem Engagement in der Saison 1999/2000 noch jede Menge Freunde bei Chelsea und Respekt vor dieser Mannschaft." Auch sein Gegenüber Claudio Ranieri zeigte vor dem ehemaligen Kapitän der "Equipe Tricolore" großen Respekt - nicht zuletzt wegen des erfrischenden Angriffsfußballs des Tabellenzweiten der französischen Liga.

Die Profis aus dem Fürstentum träumen davon, erstmals in der Vereinsgeschichte das Finale der "Königsklasse" zu erreichen. Der Tabellenzweite der Premier League hat an der Stamford Bridge stets mehr Probleme als in den Arenen des Gegners. Ranieri, der mit seinem Team im Achtelfinale den VfB Stuttgart ausgeschaltet hatte, will trotz der Niederlage noch ins Finale: "Ich will unbedingt bei Chelsea bleiben."

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