Wie heißt es so schön: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Auf den BVB gemünzt trifft diese Aussagen den Kern der Sache. Vor dem „großen“ Pokalfinale gegen den übermächtigen FC Bayern erwartet uns das „kleine“ Vorspiel in München. Der Schatten ist in diesem Fall also genauso groß wie das Ereignis oder etwa nicht?

Am Borsigplatz geboren - der BVB-Fanblog

Ein Spiel wirft seinen Schatten voraus

Jonas Hessedenz
10. April 2008, 14:53 Uhr

Wie heißt es so schön: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Auf den BVB gemünzt trifft diese Aussagen den Kern der Sache. Vor dem „großen“ Pokalfinale gegen den übermächtigen FC Bayern erwartet uns das „kleine“ Vorspiel in München. Der Schatten ist in diesem Fall also genauso groß wie das Ereignis oder etwa nicht?

Was ein Zufall! Da beschert uns der Bundesliga-Spielplan sechs Tage vor dem großen Finale in Berlin ein vorzeitiges Meeting mit dem Endspielgegner. Ein Hauch von Arsenal gegen Liverpool liegt in der Luft, die Engländer kreuzten innerhalb von einer Woche gleich drei Mal die Klingen. Die Frage ist, welchen Stellenwert gibt man dem Spiel am Sonntag?[infobox-right]Am Borsigplatz geboren – der BVB Fanblog

„Borussia, du bist Leidenschaft“: Schon seit frühester Kindheit drückt BVB-Fan Jonas den Dortmundern die Daumen. Heute steht er in Block 82 des Westfalenstadions oder reist durch die Stadien Fußballdeutschlands und unterstützt die Schwarz-Gelben. Seinen Erlebnissen und Gedanken rund um den Verein verleiht er nun wöchentlich den nötigen Ausdruck und gibt zu jeder Wurst seinen Senf ab.[/infobox]

Aus Fansicht fällt die Antwort leicht. Sonntag ist völlig wurscht, das größte Geschenk machen uns die Spieler mit einem Erfolg im Olympiastadion, wenn unser Capitano Christian Wörns nach 90 oder 120 Minuten dieses goldene Ding in die Höhe hält und der schwarz-gelbe Chor endlich wieder „We are the champions“ trällern darf.

Doch was ist mit der Einstellung der Mannschaft und des Trainers zu dem Match in München? Ich rate dringend davon ab, das Spiel am Sonntag auf die leichte Schulter zu nehmen und sich nur noch auf den 19. April zu konzentrieren. Klar könnte sich vielleicht der ein oder andere angeschlagene Akteur lieber schonen. Was zählt ist einzig und allein die Einstellung. Da sollte die Borussen-Elf den zukünftigen deutschen Meistern auf dem Platz bereits deutlich machen, was sie eine Woche später in Berlin erwartet. Der Ausgang der Begegnung hat eine Signalwirkung, sei sie positiv oder negativ. Weiß oder Schwarz? Selbstvertrauen oder kein Selbstvertrauen? Die Erkenntnis: „Wir packen sie nächste Woche“ oder doch die Einsicht: „Dieser Gegner ist zu stark wenn wir uns lustlos neben diese Weltstars stellen“?

Die letzten fünf Minuten aus dem Spiel gegen Leverkusen waren doch ein wundervoller Anfang. Sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen platzte regelrecht ein Knoten. Auf dem Rasen gingen Alexander Frei und Leonardo Dede voran und trugen das Team durch ihren Willen und die nötige Körpersprache noch zum Sieg. Auf den Tribünen entlud sich die explosive Mischung aus 85 Minuten Frust, Erleichterung und Freude zu einem einzigartigen Jubel-Orkan. Meine Hoffnung und Bitte an alle Fans und die Mannschaft: Lasst diese positive Energie noch mindestens 180 bzw. 210 Minuten weiterleben!

Und es lohnt ein weiteres Mal der Blick nach England: Dort einigten sich die Teams zunächst auf ein unspektakuläres und friedliches Unentschieden. Die finale dritte Begegnung entschied der vermeintliche Außenseiter in einem außergewöhnlich guten Spiel mit zwei späten Treffern für sich. Gegen die Duplizität dieser Ereignisse hätte ich nichts einzuwenden.

Autor: Jonas Hessedenz

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