Real Madrid wird gegen die Sperre von Abwehrspieler Roberto Carlos bei der UEFA Berufung einlegen. Auch die spanische Presse reagierte erbost auf die Sperre von zwei Spielen wegen

Real kämpft um Roberto Carlos' Einsatz

bb
02. März 2004, 11:29 Uhr

Real Madrid wird gegen die Sperre von Abwehrspieler Roberto Carlos bei der UEFA Berufung einlegen. Auch die spanische Presse reagierte erbost auf die Sperre von zwei Spielen wegen "unsportlichen Verhaltens".

Die von der Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verhängte Sperre gegen Roberto Carlos wird Real Madrid nicht kommentarlos hinnehmen. Die "Königlichen" kämpfen mit allen Mitteln um den Einsatz des Brasilianers im Champions-League-Rückspiel am 10. März (20.45 Uhr/live bei Sat.1 und Premiere) gegen den deutschen Meister Bayern München. Nach der Sperre des Weltmeisters für zwei Spiele durch die UEFA-Disziplinarkommission kündigte Real-Vorstandsmitglied Emilio Butragueno Berufung an. Bis Donnerstag muss der Protest bei der Uefa offiziell vorliegen.

Spanische Presse erbost

Die spanische Presse reagierte auf die Sperre wegen "unsportlichen Verhaltens" mit erbosten Schlagzeilen. "Carlos wird den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Die UEFA zeigt ihr schlimmstes Gesicht", kommentierte die Sportzeitung AS die Entscheidung. Das Blatt Marca warf dem FC Bayern Einflussnahme vor: "Verdammt noch mal! Nun doch zwei Spiele Sperre für Carlos. Die Bayern hatten der Uefa offenbar viel zu sagen."

Roberto Carlos hatte beim 1:1 im Hinspiel in München den Argentinier Martin Demichelis ins Gesicht geschlagen. Schiedsrichter Terje Hauge (Norwegen) hatte die Aktion nicht bemerkt und anschließend erklärt: "Wenn ich es gesehen hätte, wäre es eine Rote Karte gewesen." Laut Marca hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem Spiel den UEFA-Delegierten Gerhard Kapl (Österreich) auf das nicht geahndete Vergehen aufmerksam gemacht.

Roberto Carlos: "Man muss der UEFA gratulieren"

Roberto Carlos, der im Hinspiel den Treffer zum 1:1-Ausgleich für Real erzielte, reagierte auf das Urteil mit einer Portion Ironie. "Man muss der UEFA zu ihrer Entscheidung gratulieren. Es ist nicht korrekt, wie man mit mir umgeht. Ich will, dass die Strafe rückgängig gemacht wird", sagte der Linksverteidiger. "Es kann nicht sein, dass ich im Rückspiel gegen Bayern nicht dabei bin."

Auch Real Madrid zeigte sich überrascht über die Entscheidung. "Wir haben den Zwischenfall für eine Reaktion von Roberto Carlos auf das harte Einsteigen von Demichelis gehalten und nicht damit gerechnet, dass er gesperrt wird", erklärte Butragueno. "Wir denken, dass eine Sperre von zwei Spielen zu hart ist."

Die UEFA erklärte auf ihrer Internetseite, dass eine Tätlichkeit wie die von Roberto Carlos normalerweise eine Sperre für drei Partien nach sich ziehe. Allerdings sei das vorherige Foul von Demichelis strafmildernd berücksichtigt worden.

Autor: bb

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