Selbst unter den Stars von Real Madrid fällt Zinedine Zidane noch auf. Mit 76 Millionen Euro Ablösesumme ist der Filigrantechniker der teuerste Spieler aller Zeiten. Vor dem Duell mit Bayern München bleibt er gelassen.

Zidane vor Bayern-Duell gelassen

23. Februar 2004, 12:34 Uhr

Selbst unter den Stars von Real Madrid fällt Zinedine Zidane noch auf. Mit 76 Millionen Euro Ablösesumme ist der Filigrantechniker der teuerste Spieler aller Zeiten. Vor dem Duell mit Bayern München bleibt er gelassen.

Zinedine Zidane, französischer Star des spanischen "Fußball-Balletts" von Real Madrid, bleibt vor dem Champions-League-Duell gegen Bayern München betont gelassen. Während die Fußball-Welt vom Giganten-Duell spricht, ist es für Zidane eine Begegnung wie jede andere. "Das ist für mich ein Auswärtsspiel wie beim FC Barcelona", meinte der 31-jährige Franzose vor dem Klassiker zwischen Bayern München und Real Madrid am Dienstag (20.45 Uhr): "Dort haben wir 2:1 gewonnen. Weshalb sollten wir das in München nicht wiederholen?"

Auf die leichte Schulter nimmt der derzeit wohl weltbeste Fußballer, der seinen Vertrag gerade bis 2007 verlängert hat, den Gegner indes nicht: "Es wäre besser gewesen, in diesem frühen Stadium eine leichtere Mannschaft zugelost zu bekommen. Wir müssen schon zu 100 Prozent konzentriert sein, um uns durchzusetzen."

Über Cannes, Bordeaux und Turin nach Madrid

Zidane - der arabische Vorname Zinedine bedeutet auf deutsch "die Schönheit der Religion" - ist als Sohn algerischer Einwanderer in Marseille geboren worden. Mit 14 trat er in das Fußball-Internat der AS Cannes ein, spielte dann für Girondins Bordeaux (mit Bixente Lizarazu), Juventus Turin und Real Madrid, das ihn 2001 für die heute noch gültige Weltrekord-Summe von 76 Millionen Euro verpflichtete.

Zidane: "Wirklich, ich war nicht damit einverstanden, dass der Transfer so teuer war, zumal das Geld ja schließlich nicht bei mir gelandet ist, nicht wahr? Die Schlagzeilen, ich sei so teuer wie ein Airbus, die haben mich schon aufgeregt. Aber stolz war ich schon, dass Real mich wollte."

Zuletzt begeisterte Zidane das deutsche Publikum beim 3:0-Sieg der Franzosen über die Völler-Truppe in Gelsenkirchen. Das wertvollste Stadion für ihn ist aber nicht die Arena, nicht das Bernabeu-Stadion sondern das Stade de France in Paris St. Denis, wo er mit der Equipe Tricolore 1998 gegen Brasilien Weltmeister wurde: "Beim 1:0 gegen Spanien im Januar 1998 habe ich das Tor bei dem ersten Spiel in dem Stadion geschossen. Das werden die Statistiker noch in hundert Jahren zitieren. Das Tor bleibt für mich einer der wichtigsten Momente in meinem Leben."

"Auf dem Platz habe ich immer Spaß"

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass der derzeit beste Spielmacher der Welt bei Real Madrid nur eine halbe Nummer 10 sein darf - er muss das Trikot mit der Nummer 5 tragen. Andererseits: Da hat es schon einmal eine Nummer 5 gegeben in Deutschland, die auch nicht gerade schlecht war. Zidane, den seine Fans "Zizou" rufen und seine Freunde "Yazid" nennen dürfen: "Auf dem Platz habe ich immer Spaß und ich will den Fans Spaß bereiten. Es gibt nichts Schöneres, als im Sommer beim Training die Schulkinder jubeln zu hören. Ich denke dann immer, es sind meine eigenen Kinder."

Dann gesteht Zidane noch seinen Traum, den er sich immer, bei jedem Spiel, erfüllen will: "Ich spiele den Ball mit der Hacke zu Beckham, der passt den Ball zurück und mir gelingt per Seitfall-Rückzieher ein Tor. Das wäre die technisch perfekte Aktion." Muss ja nicht unbedingt gegen die Bayern klappen.

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