Als BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach dem Abpfiff der Partie
beim VfL Bochum durch die Mixed Zone hastete, war seine Miene
finster.

BVB: Zorc sauer über anfängliche Borussen-Lethargie

„Müssen nicht kindisch werden“

31. März 2008, 19:14 Uhr

Als BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach dem Abpfiff der Partie
beim VfL Bochum durch die Mixed Zone hastete, war seine Miene
finster.

Wenig überraschend, wenn man Zeuge des verrückten B1-Derbys war, das, laut Zorc, „für die Zuschauer unterhaltsam und amüsant war."

Gerade den Auftakt der Partie hatte sich der 45-Jährige ganz anders vorgestellt: „Wir wussten eigentlich, dass die Bochumer eine Mannschaft haben, die von Anfang an sehr aggressiv zu Werke gehen und Pressing spielen würde. Das hat unser Trainer Thomas Doll vor der Partie ausdrücklich gesagt. Trotzdem waren nicht von hinten bis vorne darauf eingestellt.“

Von der Bank aus beobachte der frühere Mittelfeldspieler, wie der BVB vom VfL zuerst auseinander genommen wurde, bevor sich die Teile, angeführt vom starken Tinga, wie ein Lego-Auto wieder zusammensetzten. „Deshalb hätten wir es am Ende auch verdient gehabt, zu gewinnen. Denn wir hatten die besten
Chancen und haben den besseren Fußball gespielt. So ist es schade, dass wir auswärts wieder keine drei Punkte mitnehmen konnte“, gab der Manager eine Erklärung für seine schlechte Laune, die sich auch beim Ausblick aufs Pokalfinale in Berlin nicht verbessern konnte.

„Wir müssen nicht kindisch werden. Was sollen wir denn machen? Sollen wir so tun, als wären wir nicht im Finale? Unsere Leistung von heute hat mit Berlin doch überhaupt nichts zu tun“, entfuhr es „Susi“, als ein Reporter sich dem Berlin-Thema über einen Umweg nähern wollte, bevor er ins einer Analyse fortsetzte: „Ich fand, dass es rein fußballerisch in den letzten Wochen ordentlich war. Aber wir schaffen es im Moment einfach nicht, mit einem richtigen Killerinstinkt so ein Match wie gegen Bochum auch mal nach Hause zu fahren.

Ein Umstand, der auch dadurch erklärt werden könnte, dass der BVB momentan meist zu zehnt auskommen muss. Giovanni Federico, letzte Saison noch Zweitliga-Topscorer in Karlsruhe, fand auch in Bochum kaum statt und wurde wie schon in den vergangenen Partien vorzeitig ausgewechselt. „Beim ihm ist es im Moment sicherlich zu wenig“, fiel so auch das Urteil von Zorc etwas schärfer aus als gewohnt, der zugleich jedoch betonte: „In den ersten Minuten war keiner präsent, von eins bis elf nicht.“

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