Die Liaison währte zwei Jahre und noch immer nennt Lance Nethery, Trainer-Manager der DEG Metro Stars, seinen ehemaligen Bandenchef und jetzigen Gegner, Eisbären-Coach Don Jackson, beim Spitznamen „Donny“. Der US-Amerikaner, der vor dieser Saison in die Hauptstadt wechselte, in der seine Ehefrau arbeitet, hat in seinem ersten Jahr am Rhein immerhin den DEB-Pokal und die Vizemeisterschaft geholt.

DEG Metro Stars: Wiedersehen mit Jackson

„Disney on ice“

Georg Amend
31. März 2008, 00:03 Uhr

Die Liaison währte zwei Jahre und noch immer nennt Lance Nethery, Trainer-Manager der DEG Metro Stars, seinen ehemaligen Bandenchef und jetzigen Gegner, Eisbären-Coach Don Jackson, beim Spitznamen „Donny“. Der US-Amerikaner, der vor dieser Saison in die Hauptstadt wechselte, in der seine Ehefrau arbeitet, hat in seinem ersten Jahr am Rhein immerhin den DEB-Pokal und die Vizemeisterschaft geholt.

[box_rsprint] Das Finale verloren die Düsseldorfer damals gegen – genau, die Berliner. Der frühere DEG-Spieler Peter John Lee holte als Manager der Eisbären nun Jackson an die Spree – bisher dürften beide Seiten das nicht bereut haben, denn zusammen wurden sie mit stolzen 113 Punkten Hauptrunden-Zweiter, machten im Viertelfinale der Play-offs mit den Hamburg Freezers kurzen Prozess und sind so etwas wie die Tormaschine der Entscheidungsspiele: In fünf Partien schlugen sie 25 mal zu – genauso oft wie die DEG in acht Begegnungen.

Kein Wunder, dass Nethery warnt: „Wenn wir weiter kommen möchten, müssen wir fast perfekt spielen. Wir müssen unglaublich diszipliniert sein – noch mehr als gegen Nürnberg. Jede unnötige Strafe kann das Aus bedeuten. Eine best-of-five-Serie kann sehr schnell sein.“

Dabei sieht der Kanadier keinen Vorteil darin, auf einen alten Weggefährten zu treffen, den er quasi aus dem Eff-Eff kennt, mit dem er sich zwei Jahre lang Woche für Woche intensiv austauschte: „Bei der ganzen Technik, die wir heute mit DVDs und Computern haben, gibt es keine Geheimnisse mehr.Wir wissen alles über die und die wissen alles über uns.“
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/706-1728_preview.jpeg Trifft im Halbfinale auf seinen Ex-Club: Eisbären-Coach Don Jackson. (RS-Foto: firo)[/imgbox]
Daher konstatiert Nethery als Stärken des Gegners: „Die spielen sehr aggressiv im offensiven Bereich und kommen auch mit ihren Verteidigern nach vorne. Die haben in Deron Quint und Andrew Roach zwei Leute, die in Überzahl extrem gut sind. Da müssen wir jede unnötige Strafe vermeiden und in hitzigen Situationen für die gesamte Mannschaft einen kühlen Kopf bewahren. Die Berliner spielen die Überzahl eine Klasse besser als Nürnberg, die das auch schon sehr gut konnten.“

So nennt der Trainer die Stärken der Eisbären – doch die Schwächen will er nicht verraten und erklärt daher: „Die haben keine.“ Das würde nicht für ein Weiterkommen seines Teams sprechen, doch Nethery setzt auf die Rolle, die seiner Mannschaft auch gegen die Ice Tigers so gut gefallen hat: „Wir sind der Außenseiter. Berlin hat nicht 113 Punkte in der Hauptrunde geholt, weil die schlecht waren.“ Das sagt ein Coach, der gerade den Hauptrundenprimus aus den Play-offs gefegt hat.

Ähnlich bedeckt hält Nethery sich beim Thema Verträge: Nach Informationen einer Düsseldorfer Tageszeitung soll Stürmer Brandon Reid verlängert haben, der Kontrakt des zurzeit sehr agilen Verteidiger Darren van Impe läuft dagegen aus. Ob er verlängert wird? „Über Verträge sprechen wir nach der Saison. Dann können wir alles in Ruhe analysieren“, blockt der Trainer-Manager ab.

Ruhe gönnten sich seine Cracks unterdessen auf unterschiedliche Art und Weise – einige gingen spazieren, andere Fernsehgucken, wieder andere führten ihre Hunde Gassi. Zusammen entspannten sich Jamie Storr, van Impe, Rob Collins und Jeff Panzer mit ihren kompletten Familien übrigens bei „Disney on ice“ in Oberhausen. Nethery neckt seine Spieler nach der teilweise indiskutablen Hauptrunde: „Disney on ice hatten wir in dieser Saison auch einige Male im ISS-Dome...“

Mit dem Erreichen des Halbfinales hat er schon einen ersten Triumph gefeiert, der ihm das Spaßen wieder erleichtert. Fehlt als nächster Schritt nur, dass er seinen alten Weggefährten „Donny“ auf dem Weg ins Finale hinter sich lässt.

Autor: Georg Amend

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