Der FC Schalke hätte der große Sieger des 26. Spieltags werden können, doch dafür ist die Elf derzeit einfach zu schlecht.

Schalke paradox: Trotz Nullnummer und Nullleistung auf Platz drei!

Die zwei Gesichter des S04

30. März 2008, 15:45 Uhr

Der FC Schalke hätte der große Sieger des 26. Spieltags werden können, doch dafür ist die Elf derzeit einfach zu schlecht.

Trotz einer abermals dürftigen Leistung beim 0:0 in Karlsruhe sprangen die Gelsenkirchener dank der Patzer von Bayer Leverkusen und Werder Bremen erstmals seit dem Derbysieg in Dortmund wieder auf den Rang, den sie als Mindestziel dieser Saison ausgegeben haben. „Über unsere Spielweise wird viel geredet, aber wir stehen in der Bundesliga auf Platz drei und im Viertelfinale der Champions League“, richtete Mathematik-Freund Mirko Slomka den ersten Blick auf das Zählbare. „Es ist sicher nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht, auch wenn wir in zwei Spielen gegen einen Aufsteiger nur einen Punkt geholt haben. Das ist für unsere Ansprüche natürlich zu wenig.“[box_rsprint]

In der Hinrunde hatte der Aufsteiger eine Schalker Serie von vier Siegen in Folge mit einem 2:0 in der Arena beendet. Am gestrigen Samstag wären die Badener nach nun drei Dreiern hintereinander fast wieder zum Spielverderber geworden, doch Unvermögen vor dem Schalker Kasten verhinderte einen abermaligen KSC-Triumph. „Wir haben 70 Minuten lang gut gespielt, waren vor dem gegnerischen Tor aber nicht effizient genug“, nickte Karlsruhes Coach Edmund Becker.

Den Traum vom UEFA-Cup kann sich der beste Neuling seit dem Durchmarsch des 1. FC Kaiserslautern zur Meisterschaft im Jahre 1998 wohl abschminken. Denn nach den Pleiten der Champions-League-Kandidaten, auch der Hamburger SV patzte mit einem 1:1 gegen Bielefeld, ist die Zahl der Anwärter auf einen internationalen Startplatz gestiegen. Neben Stuttgart dürfen sich auch Frankfurt und Wolfsburg plötzlich Hoffnung zumindest auf den UEFA-Cup machen. „Der KSC hat sehr stark begonnen und vielleicht hatten einige von uns doch schon ein wenig das Match gegen Barca im Hinterkopf. Wir haben aber immerhin nicht verloren, das ist positiv“, meinte Andreas Müller mit einem Blick auf die Tabelle. „Die Ergebnisse der anderen Mannschaften oben sind uns zwar entgegengekommen, aber da sind nun noch ein paar andere hinten dran, die sich Hoffnungen machen“, weiß der S04-Manager. „Stuttgart könnte heute mit einem Sieg in Hannover auf einen Punkt aufschließen.“

Bevor in der Bundesliga weiter gerechnet wird, stehen die Königsblauen aber erst einmal wieder im Mittelpunkt von ganz Fußball-Deutschland. Angesichts des Duells mit einer der besten Mannschaften der Welt tritt das Gewürge in der Bundesliga, das seltsamerweise zu dem gewünschten Schritt nach vorne geführt hat, völlig in den Hintergrund. „Jetzt konzentrieren wir uns auf das Spiel gegen Barcelona. Das ist eine Riesenmotivation für uns alle, den Verein, die Mannschaft und die Fans“, frohlockt Slomka, der selbst nicht ungern im Rampenlicht steht. Beim Plausch mit der inzwischen abgetretenen deutschen Box-Queen Regina Halmich am Schalker Mannschaftsbus wirkte Slomka gestern gelöst wie selten. Momentan wird mal nicht über ihn, sondern mit ihm geredet, wie abends im „Aktuellen Sportstudio“.

Schon da war die spielerisch arme Vorstellung in Karlsruhe nicht mehr das große Thema, alles fokussiert sich nun auf das Spiel der Spiele. Am Dienstagabend wird die Schalker Mannschaft vermutlich wieder ihr anderes Gesicht zeigen, das schönere der Champions League. Das auch am Samstag im Alltag sehen zu wollen, ist vielleicht auch ein bisschen zu viel verlangt.

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