In der Bundesliga läuft es für den FC Bayern München nicht nach Plan. Nun soll heute Abend in der Champions League ein Sieg her. Dabei treffen die Süddeutschen auf Giovane Elber und seinen neuen Klub Olympique Lyon.

Elber will einen Punkt aus München entführen

cle
05. November 2003, 15:40 Uhr

In der Bundesliga läuft es für den FC Bayern München nicht nach Plan. Nun soll heute Abend in der Champions League ein Sieg her. Dabei treffen die Süddeutschen auf Giovane Elber und seinen neuen Klub Olympique Lyon.

Bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte wünscht sich Ex-Bayern Spieler Giovane Elber einen Punkt. Der deutsche Rekordmeister dürfte allerdings etwas dagegenhaben - für Bayern München zählt nur ein Sieg. Der deutsche Meister, der definitiv auf Sebastian Deisler verzichten muss, ist am Mittwoch (20.45 Uhr/live in Sat.1 und Premiere) in der Champions League gegen Olympique Lyon zum Siegen verdammt, um vor den Wochen der Wahrheit den Weg aus der Krise zu finden.

"Unser Ziel kann nur sein: Wir müssen gewinnen. Das wäre ein Highlight, ein Bigpoint, das würde einen Schub für den Alltag geben. Wir haben gegen Lyon und am Sonntag gegen Dortmund Knackspiele, da werden wir sehen, wo wir stehen", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem zweiten Wiedersehen mit Elber und appellierte an die Ehre seiner Stars.

Jeremies: "Viel zu reden, bringt jetzt nichts mehr."

"Viel zu reden, bringt jetzt nichts mehr, wir müssen gewinnen, um einen ersten Schritt aus der Krise zu machen - egal wie", erklärte auch Jens Jeremies bestimmt. "Wir haben uns die gute Ausgangsposition in der Champions League hart erarbeitet. Die Mannschaft brennt auf Wiedergutmachung", sagte Spielmacher Michael Ballack und kündigte nach der Pleite von Schalke (0:2) und dem Absturz ins Bundesliga-Mittelmaß ein Umdenken an: "Es geht nur über den Kampf."

Auch Jeremies forderte gegen Lyon ein Ende der Schönspielerei: "Wir müssen die Ärmel hochkrempeln, die Stollenschuhe anziehen und Gas geben. Wir haben uns zu sehr aufs Spielerische verlassen, jeder hat gedacht, es läuft von allein. Wir müssen mehr mit Herz spielen." Fehlende Leidenschaft hatte zuletzt bereits Nationalkeeper Oliver Kahn angemahnt - ohne Erfolg.

Nur Taten zählen

Immerhin kam auch Ballack wie Jeremies zu der Einsicht, dass man viel erzählen könne, "aber wir müssen das endlich auf dem Platz umsetzen. Jetzt kommen die großen Brocken, da müssen wir schleunigst zu unserer Topform finden." Umso bitterer ist es für die Münchner, dass in Sebastian Deisler der einzige Feldspieler, der derzeit in Form ist, wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel ausfällt. Zudem fehlen weiterhin die angeschlagenen Owen Hargreaves und Bastian Schweinsteiger. Dafür kehren Willy Sagnol und Tobias Rau in den Kader zurück.

Auch Giovane Elber kehrt zurück. Nach sechs Jahren beim FC Bayern läuft der Brasilianer im Olympiastadion erstmals auf der "falschen" Seite ein. "Ich freue mich darauf", sagte der Tojäger, an dem in Frankreich bereits erste leise Kritik aufkam. Allerdings sind die Erwartungen von Elber nicht sehr hoch. "Das wird nicht einfach. Ein Punkt wäre schon ein Traum", sagte er und sieht besonders die momentane Krise der Bayern als Nachteil für Lyon: "Wenn der FC Bayern unter Druck steht, spielt er immer am besten. Vielleicht lässt er sich noch etwas Zeit. Es ist noch schöner, gegen Dortmund zu gewinnen." Bei Kahn hält sich dagegen die Freude in Grenzen: "Giovane interessiert uns überhaupt nicht. Er ist ein Gegenspieler wie jeder andere. Fußball lässt keinen Platz für Sentimentalitäten."

Derzeit führen die Bayern die Tabelle der Gruppe A in der Champions League mit 5 Punkten vor Anderlecht, Lyon (beide 4) und Celtic Glasgow (3) an.

Autor: cle

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