Seit acht Wochen ist Bruno Hübner beim MSV Duisburg als Manager im Amt.

MSV: Manager Bruno Hübner plant den Gang in die Fan-Kurve

"Hier schwebt ein negativer Geist"

Thomas Tartemann
28. März 2008, 09:22 Uhr

Seit acht Wochen ist Bruno Hübner beim MSV Duisburg als Manager im Amt.

"Ich habe festgestellt, dass der Verein ein gewisses Image-Problem hat. Hier schwebt ein Geist drüber, den spürst du förmlich: Alles ist negativ." RevierSport unterhielt sich mit dem ehemaligen Kaiserslauterner Profi.

Bruno Hübner, welches Zwischenfazit können Sie bisher ziehen?
Was mir aufgefallen ist: Es herrscht unheimlich viel Negatives hier. Obwohl wir den Vier-Punkte-Rückstand zum rettenden Ufer auf die Hälfte reduziert haben, herrscht keinerlei Aufbruchs-Stimmung. Es gibt nicht dieses an-einem-Strang-ziehen, was mir eigentlich völlig unverständlich ist.

Warum?

Weil wir von den letzten vier Teams immer noch die meisten Punkte geholt haben. In der Rückrunde liegen wir zwei Zähler schlechter als Werder Bremen. Wenn wir Samstag da gewinnen sollten, würden wir sie in der Tabelle der zweiten Halbserie sogar überholen.

Sie haben am Trainingsgelände mit einigen Fans diskutiert. Wie war der Tenor?
Sie meinten, im Vorjahr wären wir ja auch nur glücklich aufgestiegen, es hätte vier Niederlagen in Folge gegeben. Ich habe entgegnet, dass es trotzdem am letzten Spieltag gereicht hat. Hoffentlich gelingt uns das auch diesmal mit dem Klassenerhalt. Auch die Fans glauben nicht richtig an sich. Manche fragten mich kürzlich, ob ich schon für die zweite Liga plane. Warum? Ein Sieg - und du bist über dem Strich.
Wie kann man den Kritik-Hebel umlegen?
Ich überlege, mich beim nächsten Heimspiel in die Kurve zu stellen, vielleicht mit ein paar Ersatzspielern, die nicht im Kader sind. Dadurch kann man dokumentieren, dass wir alle ein gemeinsames Ziel haben, die Zusammengehörigkeit wird gefördert.
Anderes Thema. Jenas Torwart Vasili Khamutouski wird als Neuzugang gehandelt. Was ist da dran?
Er ist im Moment kein Thema bei uns. Khamutouski ist sehr begeht, er war mitentscheidend daran beteiligt, dass Jena im DFB-Pokal bis ins Halbfinale vorstoßen konnte. Der eine oder andere Verein hat sicherlich ein Torwart-Problem, von daher werden ihn mehrere auf der Liste haben.
Besteht beim MSV überhaupt Bedarf zwischen den Pfosten?
Bei uns sind die drei Torhüter Tom Starke, Sven Beuckert und Marcel Herzog alle noch über die Saison hinaus gebunden. Das Thema stellt sich im Moment gar nicht.

Mit Mihai Tararache und Tobias Willi wurden wichtige Spieler weiter gebunden. Gibt es täglich Gespräche mit anderen Akteuren, deren Kontrakte auslaufen?
Nein, Tara und Tobias hatten Priorität. Alles andere haben wir hinten angestellt. Natürlich führt man auch Vorab-Gespräche mit Leuten, die für die neue Saison als Zugänge in Frage kommen. Du hast natürlich mehr Argumente, wenn du sportlich im Rennen bleibst.

Was sagen Sie zu den Forderungen, den Posten von Trainer Rudi Bommer neu zu besetzen?
Rudi motiviert die Jungs, stellt sie ein, arbeitet intensiv mit ihnen. Wenn er sie nicht erreichen würde, dann wäre eine Steigerung wie im zweiten Durchgang gegen Hannover überhaupt nicht möglich gewesen. Dann hättest du fünf Stück bekommen. Ein neuer Trainer müsste die Truppe erst über Wochen kennenlernen. Dann wäre die Saison gelaufen. Ich bin der Ansicht, dass unser Konkurrent Nürnberg mit dem alten Trainer Hans Meyer besser gefahren wäre, zumal er die komplette Winter-Vorbereitung mit dem Team absolviert hat.

Autor: Thomas Tartemann

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