Platz elf in der Abschlusstabelle, die Pre-Play-offs verpasst, einige Spieler wollen den Verein aus eigenem Wunsch verlassen. Die Saison 2007/2008 verlief aus Sicht der Krefeld Pinguine alles andere als optimal. Jörg Zellen blickt für RevierSport auf die abgelaufene Saison zurück.

Krefeld Pinguine: Saisonrückblick

Am Ende versagt

Jörg Zellen
28. März 2008, 00:06 Uhr

Platz elf in der Abschlusstabelle, die Pre-Play-offs verpasst, einige Spieler wollen den Verein aus eigenem Wunsch verlassen. Die Saison 2007/2008 verlief aus Sicht der Krefeld Pinguine alles andere als optimal. Jörg Zellen blickt für RevierSport auf die abgelaufene Saison zurück.

Die zwei entscheidendsten Momente: Eine russische Diva und die Länderspielpause waren mit entscheidend für den enttäuschenden Abschluss der Eiszeit an der Westparkstraße. Alexander Selivanov, der — so hieß es — wegen seiner erschreckend schwachen Leistungen, aber auch einigem Ärger im Umfeld, zunächst suspendiert wurde, verließ den Verein, bei dem er noch einen Vertrag über das Saisonende hinaus besaß, vorzeitig und unterschrieb in der Schweiz.

Sein Weggang schien die Mannschaft zu beflügeln. Plötzlich lief es richtig rund bei den Schwarz-Gelben, die einen Siegeszug starteten. Doch der „Seli-Effekt“ verflog ebenso schnell, wie er kam. Nach der Länderspielpause musste plötzlich wieder um die schon sicher geglaubten Pre-Play-offs gebangt werden. Der erste Tiefpunkt nach der Ruhephase folgte ausgerechnet beim Erzrivalen DEG Metro Stars, wo die Pinguine noch im ersten Spiel mit 6:4 triumphierten.

Doch diesmal lief es genau anders herum. Bereits nach den ersten 20 Minuten stand es 3:0 für die DEG. Am Ende wurden die Frackträger mächtig abgewatscht - 3:6. Inklusive des DEG-Spiels verließen die Krefelder in den letzten acht Spielen das Eis in fünf Fällen als Verlierer. Eindeutig zu viel für eine Mannschaft, die den Einzug in die Qualifikationsrunde schaffen wollte. Die Pause führte zu einem unerklärlichen Bruch.

Verlierer: In seinem ersten Jahr als Alleinverantwortlicher im sportlichen Bereich machte Jiri Ehrenberger keine wirklich gute Figur. Nun gut, seine Einkäufe als Sportlicher Leiter waren nicht schlecht. Doch als Motivator an der Bande schnitt der Übungsleiter unterdurchschnittlich ab.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/717-5801_preview.jpeg Schnitt als Motivator unterdurchschnittlich ab: Pinguine-Coach Jiri Ehrenberger. (RS-Foto: firo)[/imgbox]
In den vergangenen zwei Jahren als Trainer schaffte er es beispielsweise nicht, seinem Team ein einigermaßen akzeptables Powerplay zu vermitteln. Mit 13,5 Prozent rangierten die Pinguine nach Abschluss der Hauptrunde in der Überzahlwertung auf dem letzten Platz. Selbst die Kellerkinder aus Duisburg und Straubing waren effektiver. Auch die Autorität des Trainers gegenüber seinen Spielern war stark angeschlagen. Einige Profis standen mit Ehrenberger auf Kriegsfuß.

Stark begonnen und doppelt so stark abgebaut: So in etwa könnte das Gastspiel von Ryan Ramsay umschrieben werden. Der Sunnyboy aus Kanada spielte sich mit seiner engagiert-kämpferischen Art und seiner Treffsicherheit in die Herzen der Fans. Doch dann verdichteten sich immer mehr die Anzeichen, dass Ramsay Wechselabsichten hegt. Plötzlich wirkte der einst gefeierte Publikumsliebling gehemmt, gar lustlos. Mit Power-Hockey bewarb er sich bei anderen Clubs, mit charakterschwachen Vorstellungen verabschiedete er sich aus Krefeld.

Der größte Verlierer sind aber wohl die Fans, die sich so große Hoffnungen auf das Erreichen der Pre-Play-offs machten. Und ihre Lieblinge nährten diese Hoffnung ja auch immer wieder. Das Aus nach 56 Spielen war bitter, wohl mehr für den Anhang, als für zahlreiche Akteure.

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Autor: Jörg Zellen

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