Der VfB Stuttgart ist endgültig in der Champions League angekommen. Gegen Manchester United schossen Imre Szabics und Kevin Kuranyi den 2:1-Sieg der Schwaben heraus. Für den englischen Meister traf Ruud van Nistelrooy.

Szabics und Kuranyi lassen den VfB jubeln

bb
02. Oktober 2003, 12:18 Uhr

Der VfB Stuttgart ist endgültig in der Champions League angekommen. Gegen Manchester United schossen Imre Szabics und Kevin Kuranyi den 2:1-Sieg der Schwaben heraus. Für den englischen Meister traf Ruud van Nistelrooy.

Bundesliga-Spitzenreiter VfB Stuttgart greift auch in der Champions League nach den Sternen. Die Schwaben entzauberten das Starensemble des englischen Fußball-Meisters Manchester United mit 2:1 (0:0) und holten sich die ersten Punkte in der europäischen "Königsklasse". Angesichts der Gala-Vorstellung ist für die Elf von Trainer Felix Magath der Achtelfinal-Einzug keine Utopie mehr, bereits im nächsten Gruppenspiel gegen Panathinaikos Athen (22. Oktober) könnte der nächste Schritt dazu gemacht werden.

Meira scheiterte per Elfmeter

Der Ungar Imre Szabics (50.) und Nationalspieler Kevin Kuranyi (52.) machten den Sieg gegen den 15-maligen englischen Meister mit einem Doppelschlag kurz nach der Pause perfekt, "ManU"-Torjäger Ruud van Nistelrooy (67.) konnte mit seinem 31. Champions-League-Treffer nur noch verkürzen. VfB-Abwehrspieler Fernando Meira hätte den Sieg noch höher gestalten könne, doch der Portugiese scheiterte in der 80. Minute vom Elfmeterpunkt.

Nach dem Spiel freute sich Trainer Felix Magath über den Erfolg seiner Schützlinge: "Ich bin total überwältigt, dass wir Manchester vor dieser tollen Kulisse schlagen konnten. Meine Mannschaft hat bravourös dagegen gehalten. Je länger das Spiel dauerte, desto besser wurden wir", analysierte der Coach und bezeichnete den Coup als "einer der schönsten Siege in meiner Karriere überhaupt".

Kein Klassenunterschied zu sehen

Vor 50.348 Zuschauer im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion lieferten die "jungen Wilden" des VfB eine herausragende Leistung ab. Hatte der VfB zum Auftakt bei den Glasgow Rangers (1:2) noch Lehrgeld zahlen müssen, so war von einem Klassenunterschied gegen den Champions-League-Sieger von 1999 nichts mehr zu sehen. Die Stuttgarter setzten "ManU" vor allem im zweiten Durchgang gehörig unter Druck und bestätigten ihre starken Leistungen in der Bundesliga. Bereits im ersten Durchgang wäre eine Stuttgarter Führung verdient gewesen. So scheiterte Kuranyi, als er völlig freistehend einen Kopfball aus zwölf Metern über das Tor von United-Keeper Tim Howard setzte (23.).

Kurz nach dem Seitenwechsel überschlugen sich dann die Ereignisse. Rettete in der 47. Minute noch Paul Scholes für seinen indisponierten Keeper Howard auf der Linie, so kam drei Minuten später jede Hilfe zu spät. Nach einem Stellungsfehler der Gästeabwehr schnappte sich der Ungar Imre Szabics den Ball und sorgte mit einem Schlenzer aus 20 Metern für die Führung der Stuttgarter. Nur zwei Minuten später erhöhte Nationalstürmer Kevin Kuranyi nach Zuspiel von Szabics mit seinem zweiten Treffer in der Königsklasse auf 2:0.

Van Nistelrooy blieb weitgehend blass

Spannung kam Mitte der zweiten Halbzeit wieder auf, als VfB-Keeper Timo Hildebrand, der in der Bundesliga seit 735 Minuten ohne Gegentor ist, Ronaldo im Strafraum umstieß. Den fälligen Strafstoß verwandelte van Nistelrooy sicher. Ansonsten war vom niederländischen Angreifer, wie von Magath vorhergesagt, nicht viel zu sehen.

Magath vertraute im zweiten Champions-League-Spiel der gleichen Anfangsformation wie beim überzeugenden 3:0-Sieg bei 1860 München. Auf der Gegenseite konnte Teammanager Sir Alex Ferguson, der in den vergangenen Tagen vom Vorstand des 15-maligen englischen Meisters einen finanziell aufgebesserten Vertrag mit einen Jahreseinkommen von 5,3 Millionen Euro angeboten bekommen hatte, erstmals seit Monaten wieder auf den zuletzt an der Leiste operierten englischen Nationalspieler Scholes zurückgreifen. Der Mittelfeldspieler setzte aber ebenfalls in Stuttgart kaum Akzente.

Autor: bb

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