Rolf Hempelmann befindet sich aktuell in seinem zehnten Jahr als Präsident von Rot-Weiss Essen.

RWE: Konsens der Gremien und „öffentliche Wahrnehmung“

Hempelmann widerspricht „Demontage“

Oliver Gerulat
23. März 2008, 14:58 Uhr

Rolf Hempelmann befindet sich aktuell in seinem zehnten Jahr als Präsident von Rot-Weiss Essen.

Eine Ära, die Ende Juni auf der nächsten Mitgliederversammlung des Clubs entweder verlängert wird oder aber endet. Mit Michael Kulm startete am heutigen Sonntag, 23. März, die 13. Trainer-Personalie in dieser Zeit, streng genommen sogar die 14., wenn man einen Frank Kontny dazu rechnet, der als Sportlicher Leiter einmal kurz als Interimslösung übernahm. Ähnlich wie Olaf Janßen.

Kulm wird bis zum Spielzeitende verantwortlich sein, dann vielleicht weitermachen: Im Erfolgsfall in Liga drei, im Misserfolgsfall möglicherweise auch in Klasse vier. Gebunden ist der 42-jährige Familienvater ohnehin bis 2009.

Ob Hempelmann dann auch noch da ist, kann jetzt nur vermutet werden. Einerseits ist der Sportliche Werdegang ein Kriterium, dazu aber auch der Bau des neuen Stadions, an das der Energiepolitik-Experte der SPD im Bundestag seinen Verbleib ausdrücklich gekoppelt hat. RS unterhielt sich mit Hempelmann.
Rolf Hempelmann, Michael Kulm soll RWE retten. Wie kam es dazu?
Wir haben mit Michael in einer ungewöhnlichen Offenheit gesprochen. Ich muss es noch einmal klar sagen. In diesem Verein ist kein Trainer vorab demontiert worden.

Dieser Darstellung innerhalb eines RS-Kommentars widersprechen Sie ausdrücklich.
Das weise ich absolut zurück. Ich fühle mich dadurch auch persönlich sehr betroffen, wenn mir so was unterstellt wird. Das ist überhaupt nicht passiert. Wir sind, das wird auch Heiko Bonan so bestätigen, mit ihm sehr fair umgegangen. Es gibt aber Situationen, in denen man in der öffentlichen Wahrnehmung anscheinend nur alles falsch machen. Man muss zwei Dinge unter einen Hut bringen. Auf der einen Seite dem Trainer eine faire Chance geben, auf der anderen Seite vorbereitet sein für den Tag „X“.

Es stimmt, wenn Sie sagen, das ist nicht einfach.
Vor allen Dingen in einem solch transparenten Gewerbe, wo jeder herausbekommt, mit wem welcher Verein gerade irgendwo gesprochen hat.

Und jetzt?
Michael Kulm hat uns mit seinen überzeugenden Argumenten geholfen. Eine solche Entscheidung muss reifen, die fällt nicht innerhalb eines Tages. Und das nicht bei einer oder zwei Personen in einem Verein, sondern die muss, gerade wenn es eng ist, wenn man wie wir jetzt eine sehr, sehr schwierige Situation hat, bei den Führungsgremien insgesamt. Präsidium und Aufsichtsrat tragen die jetzige Entscheidung. Das ist meines Erachtens ganz, ganz bedeutungsvoll zur aktuellen Zeit.

Sie betonen den Konsens auf höchster Ebene.
Vor vier Wochen war das noch nicht möglich, da war es der „große Name“, mit dem sich der eine oder andere noch mehr befasste. Aber wir sind jetzt alle davon überzeugt, dass Michael Kulm die richtige Entscheidung ist. Nochmals: Das hat mit Demontage nichts zu tun, sondern damit, dass die Saison so gelaufen ist, wie sie einfach gelaufen ist. Auch Heiko Bonan hat gespürt, dass negative Resultate auch für seine Position etwas bedeuten.

So dass jetzt die Notbremse gezogen wurde?
Es war völlig klar, wenn der Erfolg weiter ausbleiben würde, muss der Verein handeln. Jeder hat das gesehen, deshalb war es keine Demontage, es war ein absolut fairer Umgang. Wir haben immer betont, dass Heiko Bonan und auch Olaf Janßen vollen Einsatz für den Club gebracht haben. Es waren ja auch sehr gute Spiele dabei, nur die Konstanz fehlte. Wir unterstrichen auch ständig, dass in Teamteilen Positives zu erkennen war, zum Beispiel in der Defensivarbeit und im kämpferischen Bereich. Es zeigte sich jedoch, wenn es nicht läuft, brachen auch diese Ansätze in sich zusammen. Deshalb hatten wir gar keine andere Chance, wir mussten handeln.

Autor: Oliver Gerulat

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