Anpacken heißt das Motto von Detlef Loeschin. Der Diplom-Betriebswirt tummelt sich mittlerweile seit knapp zwei Jahren bei der SG Schönebeck. „Angefangen hat alles mit einem eher geschäftlichen Kontakt“, erinnert sich der 45-Jährige. Über Hartmut Bloch, Geschäftsführer des Gesamtvereins.

SG Schönebeck: Loeschin mit Marketing-Impulsen für Schönebeck

Vom Sponsorpartner ins Funktionsteam

og
20. März 2008, 17:19 Uhr

Anpacken heißt das Motto von Detlef Loeschin. Der Diplom-Betriebswirt tummelt sich mittlerweile seit knapp zwei Jahren bei der SG Schönebeck. „Angefangen hat alles mit einem eher geschäftlichen Kontakt“, erinnert sich der 45-Jährige. Über Hartmut Bloch, Geschäftsführer des Gesamtvereins.

Loeschin: „Das erste Spiel, das ich gesehen habe, war ausgerechnet eine hohe Heimniederlage gegen Freiburg.“ Der Mann blieb trotzdem, mittlerweile nicht nur als sogenannter Businesspartner, sondern als Mitstreiter, der sich nun an der Seite von Manager Willi Wißing im Marketingbereich engagiert und auch bei Verhandlungen mit Spielerinnen eingreift.

Mit Coach Ralf Agolli verbindet den bald 25 Jahre mit Frau Bettina verheirateten Loeschin eine Freundschaft. „Ralf lud mich irgendwann ins Trainingslager nach Waldbreitbach ein, damals intensivierte sich auch der Kontakt zum Team.“ Jetzt ist vor allem eines seiner Ziele, „Sponsoren neu zu gewinnen“. Und sich parallel um die Betreuung bereits gewonnener Unternehmen zu kümmern. Bei den Matches saß er sogar auf der Bank, nun geht es aber vermehrt darum, auf der Tribüne Feedback zu sammeln.

Alles ehrenamtlich. „Full time ist für mich nicht machbar, Titel sind für mich Schall und Rauch. Eine solche Position zu bezahlen, kann sich der Club nicht leisten“, legt sich Loeschin, der mit Agolli zuletzt auch eine „Fußball-Männertour“ nach Liverpool machte, fest. Bisher war das der Job von Andreas Kuhn, der als Sportlicher Leiter und Marketingfachmann allerdings ausscheidet.

Allerdings versteht sich Loeschin nicht als Nachfolger. Im Steuerberatungsbüro seiner Frau, die bei den Heimspielen auch immer vor Ort ist, arbeiten mittlerweile drei Kickerinnen: Steffi Weichelt, Steffi Mpalaskas, Janine Ganser. Loeschin: „Man hört durch den Club, wer von den Mädels einen Job sucht, wenn es passt, dann passt es.“ Genau wie bei den Aktivitäten, den die SGS darstellen sollen. „Ich stelle mir zum Beispiel Happenings in der Arena Oberhausen vor.“ Wo es Logen gibt, in die man über geschäftliche Kontakte einladen kann.

Der erste „Ernstfall“ von Loeschin war die Verpflichtung von „Bella“ Linden in der Winterpause von Fortuna Köln. „Es geht um inoffizielle und offizielle Gespräche, wir machen bei der SGS keinen Mist.“ Loeschins Gebiet ist dann die Wirtschaftlichkeit, wenn Agolli sportlich vorab abgenickt hat. Beim potenziellen Abschluss sitzt man zusammen, am Tisch ist dann auch Wißing.
Loeschin ist kein Träumer. „Wir können bei der SGS nur über Perspektiven sprechen, uns dauerhaft oben zu etablieren. Wir haben nun einmal nicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen anderer Clubs, wir haben keinen Großsponsor.“ So dass die Entwicklungen im deutschen Frauenfußball beobachtet werden. „Große Teams wie beispielsweise Werder Bremen rüsten auf.“ Mit „BWIN“ auf dem Trikot. Anderswo haben ausgegliederte Frauenabteilungen bessere Möglichkeiten.

Also muss es mit gewieften Einfällen gehen. Sachen wie der SGS-Kalender oder die Autogrammkarten, Initiativen Loeschins, die auf begeistertes Feedback stießen. „Auch darüber konnte ich den Kontakt in den Kader verbessern, man merkte, wir liegen auf einer Wellenlänge.“ Das Merchandising soll weiter vorangetrieben werden.

Der begeisterte Sammler von Autogrammen (Highlights sind Originale von Oliver Hardy und Stan Laurel oder Muhammad Ali), alten Eintrittskarten oder Sportdevotionalien (Original Boxhandschuh von Ali): „Ich versuche, in meinem Umfeld immer mehr Personen für den Frauenfußball zu begeistern.“ Und sein Umfeld ist ziemlich groß. Loeschin, dessen Hund Anne beim Team richtig gut ankommt: „Wir haben langfristige Ziele, wollen dauerhaft oben mitspielen.“ Echte Titanenarbeit – genau wie das Gastspiel am kommenden Montag in Neuenahr.

Autor: og

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