Die Personalie Stefan Kuntz irritiert seit einigen Tagen die Fußball-Öffentlichkeit.

RS-Kommentar: Irritierende Personalie Kuntz

Reisende kann man nicht aufhalten

von Ulrich Homann
20. März 2008, 08:45 Uhr

Die Personalie Stefan Kuntz irritiert seit einigen Tagen die Fußball-Öffentlichkeit.

Der Eindruck entsteht, als sei "Schnäppchenjäger" Kuntz der Garant des Bochumer Höhenflugs. Und der "böse" Aufsichtsratsvorsitzende Werner Altegoer plötzlich neidisch auf seinen "Ziehsohn". Der Wahnsinn dieser Parolen hat in diesem Fall Methode.

Der VfL Bochum hat in den letzten Jahren als Team eine hervorragende Leistung gezeigt. Es bleibt enorm schwer, sich zwischen Dortmund und Schalke sportlich und wirtschaftlich "erstklassig" zu behaupten. Da muss es dem einen oder anderen Mitglied des "Teams VfL", das sich ja im Rahmen eines Leitbilds in besonderer Weise der Solidarität verpflichtet fühlt, schon komisch anmuten, wenn allein Kuntz in der Außendarstellung das Lob einheimst. Da gibt es aber noch eine Presse- und Marketingabteilung, einen Finanzvorstand, einen Trainer und einen Aufsichtsrat, dem derzeit gesteuert und gezielt übel mitgespielt wird.

Der VfL hat auch ohne Kuntz für seine Möglichkeiten bisher ungewöhnlich erfolgreich gearbeitet. Nach allen Rückschlägen rappelte man sich immer wieder hoch, spielte zweimal im UEFA-Cup. Doch wo Licht ist, da gibt es auch Schatten.

Auch beim Ex-Stürmer übrigens. Nicht alle Transfers waren Knaller. Die Ausrüster-Verhandlungen waren mindestens kurios. Das Verhältnis zu Erfolgstrainer Marcel Koller bleibt bedenkenswert unterkühlt. Und wer als Sportvorstand seine Öffentlichkeitsarbeit auf die Kontakte zu ein, zwei Günstlingen beschränkt, schöpft auch nicht alle Möglichkeiten für seinen Arbeitgeber aus.

Schon als Spieler hat Kuntz den VfL als Steigbügelhalter für seine Karriere benutzt. Das ist legitim. Doch das gilt auch für das Handeln des Aufsichtsrats, der nach Kontinuität allein im Sinne des VfL streben muss. Und Reisende kann man bekanntlich nicht aufhalten.

Autor: von Ulrich Homann

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