Das Hinspiel zur Champions-League-Qualifikation in Brügge gilt bei Borussia Dortmund als

Der BVB spielt gegen Brügge um Geld und Ehre

13. August 2003, 14:20 Uhr

Das Hinspiel zur Champions-League-Qualifikation in Brügge gilt bei Borussia Dortmund als "Spiel des Jahres" erklärt. Denn neben der sportlichen Reputation geht es für die Westfalen darum, die Finanzlage aufzubessern.

Der eigene Anspruch und eine angespannte Finanzlage verbieten eine sportliche Pleite. Wiedergutmachung für die schlampige Arbeit beim Saisonfinale 2002/03 ist für Borussia Dortmund angesagt. Nicht umsonst sprechen die Westfalen vor dem ersten Auftritt in der Qualifikation zur Champions League beim belgischen Double-Gewinner FC Brügge am heutigen Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) vom "Spiel der Saison", der Brasilianer Dede sogar von einer Partie um "Leben und Sterben".

Cottbus-Schmach wurmt noch immer

"Das hätten wir uns alles sparen können, das 1:1 gegen Cottbus ärgert mich noch immer", wettert Manager Michael Meier in Gedanken an die verspielte direkte Qualifikation am letzten Spieltag (24. Mai) und finanzielle Planungssicherheit. Auch wenn die BVB-Verantwortlichen beteuern, durch den UEFA-Cup die Einnahmeausfälle weitgehend kompensieren zu können, hinterließe das Fehlen im Konzert der ganz Großen einen herben Imageschaden.

Eigentlich könnte der BVB-Coach dem Gastspiel nach dem souveränen 4:0 gegen den VfL Wolfsburg entspannt entgegensehen. Doch der 35-Jährige lässt sich nicht blenden: "Nur eine solche Leistung auf Dauer ist eine wertvolle." Die Mannschaft jedenfalls ist gewillt, eine gute Ausgangsposition für das Heimspiel am 27. August zu erkämpfen. "Obwohl wir auswärts in diesem Jahr noch nicht viel grissen haben", meinte Nationalspieler Christian Wörns.

Kehl kehrt ins Team zurück

Sammer wird die Anfangsformation vom vergangenen Samstag vermutlich nur auf einer Position ändern. Der lediglich national bis zum 8. September gesperrte Sebastian Kehl wird für Otto Addo ins Team rücken, weil der Ghanaer nach überstandenem Kreuzbandriss und kräftezehrenden 90 Minuten gegen Wolfsburg pausieren soll.

Die "Spione" des BVB sahen am Wochenende einen starken belgischen Titelträger, der dem Gewinn des Supercups in der Meisterschaft ein 1:0 über den letztjährigen Champions-League-Teilnehmer RC Genk folgen ließ. Dennoch backen die Belgier kleine Brötchen. "Es wäre schon ein Wunder, wenn es uns gelingen würde, Dortmund auszuschalten", macht Brügges Torwart-Veteran Dany Verlinden (40) in Understatement. Und Stürmer Gert Verheyen erinnert: "Bundesliga-Klubs haben uns zuletzt kein Glück gebracht."

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