Da hat einer aber ganz schön den Kaffee auf: André Birker, neuer Trainer der SG Wattenscheid, ist mächtig aufgewühlt, wenn man ihn nach den knapp eineinhalb Wochen seines bisherigen Wirkens bei den 09-Ladies befragt. „Stellenweise habe ich sechs gesunde Spielerinnen beim Training“, grummelt der ehemalige Duisburger vor sich hin.

SGW-Frauen: Ghana-Deal platzte im Winter

Coach Birker hat den Kaffee auf

og
18. März 2008, 08:57 Uhr

Da hat einer aber ganz schön den Kaffee auf: André Birker, neuer Trainer der SG Wattenscheid, ist mächtig aufgewühlt, wenn man ihn nach den knapp eineinhalb Wochen seines bisherigen Wirkens bei den 09-Ladies befragt. „Stellenweise habe ich sechs gesunde Spielerinnen beim Training“, grummelt der ehemalige Duisburger vor sich hin.

Einerseits wird das Lazarett nicht kleiner, sondern erhält Zuwachs (Caro Hamann, Jennifer Manzer, Sabrina Dörpinghaus), andererseits sieht Birker ein gehöriges Einstellungsproblem im Kader. Sich auf der Zielgeraden der Bundesliga mindestens als Tabellenzehnter zu retten, erscheint schwer umsetzbar. „Man fehlt für eine Woche aus schulischen Gründen, dann ist passend einmal das Auto kaputt“, zählt Birker auf. Mit einem strengen Fazit hält der letztjährige deutsche U17-Meister nicht hinter dem Berg: „Auf so was habe ich überhaupt keinen Bock.“

Offenbar prallen nach Birker-Ansicht zwei Welten aufeinander: Unprofessionalität und Bundesligaanspruch. Beides ist unvereinbar. „Wir haben diesbezüglich auch eine deutliche Mannschaftssitzung durchgeführt.“ In der Birker diese Aspekte auch auf den Tisch des Hauses legte. Der Coach betont, dass es wohl eher ein Monolog seiner Person war, dass es darum ging, die Richtung vorzugeben. „Ansonsten hat keiner etwas zu sagen“, lässt Birker auch nicht mit sich spaßen. Alles im Hinblick auf das kommende Match in Wolfsburg, was am 24. März über die Bühne geht. „Wir hatten noch überhaupt keine Möglichkeit, an unserem Hauptkonzept zu arbeiten, so dass sich der Gegner an uns die Zähne ausbeißt.“

Dazu kommt der aktuelle Länderpokal, so dass weitere Kickerinnen abgeordnet werden. Birker blickt voraus: „Ich habe überhaupt kein Problem mit einer Niederlage, wenn ich feststellen kann, dass der Gegner besser war. Ich habe aber gehörige Schwierigkeiten mit einer Schlappe, die schon im Vorfeld feststeht.“

Deshalb schickt er das nächste Fazit sofort hinterher: „Dann steige ich lieber mit einer Truppe ab, von der ich weiß, dass sie sich wenigstens den Hintern aufreißt, wo klar ist, dass Eitelkeiten keine Rolle spielen.“ Ein Abstieg wäre so was wie ein „Gau“, schließlich weiß dann keiner, ob und wie es bei der SGW weitergeht, die auch an externen Finanz-Tröpfen hängt. Birker kennt das: „Es geht nur um den Club.“ Man stelle sich vor, welchen Eindruck die SGW unter diesen Umständen auf Neuzugänge gemacht hätte, die im Winter geplant waren, allerdings platzten: Anita Amankwa und Florence Okoe, ghanaische Nationalspielerinnen. Beide waren Teil des WM-Kaders, den sogenannten „Black Queens“.

Autor: og

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