Der Föhrenweg bebt. Logisch, schließlich verspielte der SuS Haarzopf am gestrigen Sonntag die wohl letzte Aufstiegs-Chance. Doch das ist mitnichten der Grund. Denn die Partie gegen SG Schönebeck geriet zum Nebenschauplatz: Unmittelbar vor der Partie feuerte Trainer Wolfgang Gräfen Top-Torjäger Philip Hollweg (18 Saisontore). Wie RS erfuhr, muss ein weiterer Stürmer nun ebenfalls mit seiner Entlassung rechnen.

BL 4: SuS Haarzopf suspendiert "Maulwürfe" Hollweg und Monien

Hollweg: "Völlig aus der Luft gegriffen"

Aaron Knopp
17. März 2008, 21:46 Uhr

Der Föhrenweg bebt. Logisch, schließlich verspielte der SuS Haarzopf am gestrigen Sonntag die wohl letzte Aufstiegs-Chance. Doch das ist mitnichten der Grund. Denn die Partie gegen SG Schönebeck geriet zum Nebenschauplatz: Unmittelbar vor der Partie feuerte Trainer Wolfgang Gräfen Top-Torjäger Philip Hollweg (18 Saisontore). Wie RS erfuhr, muss ein weiterer Stürmer nun ebenfalls mit seiner Entlassung rechnen.

Grund für die ganze Aufregung sind hartnäckige Gerüchte über finanzielle Probleme beim Tabellenzweiten. In die Welt gesetzt von den eigenen Kickern, so Gräfens Mutmaßung. "Ich haben schon vor vier, fünf Wochen angekündigt: Wenn ich rauskriege, wer das ist, können die Leute sofort ihre Koffer packen."

Lange fehlten jedoch die Beweise, nun brachten die Spieler selbst unfreiwillig Licht in die Angelegenheit. Wie der Coach berichtet, soll Hollweg die Transfergespräche mit möglichen Kandidaten für die kommende Spielzeit torpediert haben. "Er hat den Leuten gesagt, sie sollten sich gut überlegen, ob sie zu uns kommen, da wir finanzielle Versprechungen nicht eingehalten hätten. Das ist auch keine Bauchentscheidung, das weiß ich aus hundertprozentiger Quelle." Soll heißen: Die möglichen Zugänge haben ausgepackt. Für Gräfen auch ein persönlicher Tiefschlag: "Ich bin total enttäuscht. Ich habe mich vor der Saison ganz groß gemacht, um ihn zu holen, Geld aus der eigenen Tasche bezahlt und dann sowas."

Der Betroffene selbst sieht sich allerdings zu Unrecht am Pranger: "Ich war total baff. Die Anschuldigungen sind völlig aus der Luft gegriffen." Den vermeintlichen Beweis für seine Unschuld liefert der 24-Jährige gleich hinterher. In einer vom 1. März datierten E-Mail habe er den Betreibern der Homepage "www.sportszene-essen.net" mitgeteilt, dass die in ihrem Internet-Forum verbreiteten Gerüchte über finanzielle Probleme des Bezirksligisten "in keinster Weise überhaupt nur annähernd der Wahrheit" entsprächen. (Schreiben liegt der Redaktion vor) "Warum sollte ich mich so vor den Verein stellen?", fragt der Beschuldigte.

Immerhin – nachdem der Goalgetter das Schreiben auch dem Haarzopfer Vorstand zukommen ließ, soll für die kommende Woche sogar wieder ein Treffen zwischen Spieler und Verein geplant sein – Ende offen. "Es bringt ja nichts, auf stur zu schalten. Mir ist nur wichtig, dass die Sache aufgeklärt wird. Ich habe die Situation nicht verschuldet, aber jetzt den Schaden."

Die Trennung ansich ist jedoch ohnehin nur noch eine Frage der Zeit, denn nach Saisonende wird Hollweg sich seinem Ex-Verein TC Freisenbruch anschließen, wie beide Parteien gegenüber RS bestätigten. TC-Coach Friedhelm Ingenhag legt jedoch wert auf die Tatsache, dass er trotz laufender Gespräche von den Problemen in Haarzopf nichts wusste. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Philip ist auf mich zugekommen. Ich habe diesbezüglich auch schon mit Wolfgang gesprochen. Das sieht jetzt natürlich blöd aus, aber die Gespräche liefen bereits einige Tage vorher."

Doch mit der "Akte Hollweg" ist der Fall scheinbar noch nicht vom Tisch: "Wie ich erfahren habe, soll sich Maurice Monien ebenso geäußert haben. Er wird morgen seine Koffer packen können. Damit will ich einfach ein Zeichen setzen, dass an den Gerüchten nichts dran ist. Damit wird der Verein in den Dreck gezogen."

Also viel Lärm um nichts? "Ich bin als Verein natürlich von Sponsoren abhängig. Wenn die dann ihre zugesagten Zahlungen vier, sechs oder auch mal acht Wochen später überweisen, kann ich als Verein natürlich keinen Druck ausüben. Ich bin ja froh, wenn wir überhaupt Unterstützung bekommen. Ansonsten kann ich nur sagen, dass alle Zusagen immer eingehalten worden sind."

Autor: Aaron Knopp

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