Rauchende Colts am Badeweiher. Die Restrunde in der Verbandsliga Westfalen I ist gerade drei Spieltage alt, da wird beim VfB Hüls bereits scharf geschossen. Trainer Klaus Täuber lud nach dem enttäuschenden 1:1 in Davensberg kräftig durch und feuerte Kritik-Salven ab.

Hüls: Rauchende Colts am Badeweiher

"Ich habe die Schnauze voll!"

tt
14. März 2008, 09:24 Uhr

Rauchende Colts am Badeweiher. Die Restrunde in der Verbandsliga Westfalen I ist gerade drei Spieltage alt, da wird beim VfB Hüls bereits scharf geschossen. Trainer Klaus Täuber lud nach dem enttäuschenden 1:1 in Davensberg kräftig durch und feuerte Kritik-Salven ab. "Als ich zur Sitzung dazu kam, hatte er seine Wut schon abgeballert", gibt Fußball-Boss Horst Darmstädter einen kleinen Einblick in die stickige Atmosphäre.

"Klaus faltete die Spieler kurz und klein, danach habe ich noch ein paar deutliche Worte an die Truppe gerichtet." Die Bilanz im Jahr 2008 liest sich wahrlich nicht prickelnd. Der VfB eroberte sich zwar durch das 1:1 im Nachhol-Match in Emsdetten Platz eins zurück, kassierte anschließend aber ein 1:3 gegen Rivale SC Paderborn II. Danach folgte der blutarme Auftritt in Davensberg.

Darmstädter: "Das, was wir uns vor der Winterpause aufgebaut hatten, ist binnen weniger Partien zunichte gemacht worden. Ehrlich gesagt habe ich die Schnauze gestrichen voll, so geht es nicht weiter. Auf der einen Seite unternimmt der Verein alle Anstrengungen, um die Regularien für die NRW-Liga zu erfüllen, auf der anderen Seite kommt nichts zurück. So geht es nicht."

Darmstädter legt mit Zahlen nach: "Am Montag muss ich unsere Bewerbung in Duisburg einreichen, das kostet alleine 1.500 Euro. Die erforderliche Wirtschaftsprüfung schlägt mit 6.000 Euro zu Buche, das sollten sich die Spieler ruhig Mal in Erinnerung rufen. Wenn wir die Quali gar nicht packen, dann ist die Summe komplett in den Wind geschossen."

Das Hülser Urgestein hat kein Problem damit, andere Geschütze aufzufahren. "Ich habe den Jungs gesagt, dass ich ihnen das Geld anteilig vom Gehalt abziehen werde, wenn es hier so weiterläuft. Ich werde diese Entwicklung auf keinen Fall länger dulden, deswegen musste das auch klar angesprochen werden. Noch ist nichts verloren, aber weitere Ausrutscher dürfen wir uns nicht mehr erlauben. Das Limit ist absolut erschöpft. Zehn Spiele sind noch zu absolvieren, nach Möglichkeit sollten wir die allesamt positiv gestalten. Dann reicht es am Ende zum ersten Platz."

Sonntag ist der VfB bei einem Kellerkind zu Gast - alles andere als ein Dreier in Vreden wäre schlichtweg eine Frechheit. "Vreden wird sich mit Haut und Haaren wehren, sie brauchen dringend Punkte für den Klassenerhalt, aber wir müssen unser Ding durchziehen und ein Zeichen setzen", fordert Darmstädter, "jetzt muss Farbe bekannt werden." Sollte der Knalleffekt ausbleiben, will "HD" rigoros durchgreifen. Die Worte von Coach Täuber ("Mir ist nicht zum Lachen zumute") dürften dann auch anderweitig Anwendung finden.

Darmstädter: "Wenn der Negativ-Trend anhält, werden wir einige Verträge auflösen. Die Mannschaft war in den letzten Partien gegenüber der Hinrunde nicht mehr wiederzuerkennen. Nach unserem Derby-Sieg in Recklinghausen dachte ich eigentlich, wer will uns überhaupt noch stoppen? Inzwischen sieht es ganz anders aus, jetzt müssen wir Boden gutmachen. Und zwar schnell. Das Ganze geht nicht mit schlauen Sprüchen, die einige Herren hier ablassen, sondern nur durch Leistung."

Autor: tt

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren