Die italienischen Fußballfans drohen in den kommenden vier Jahren bei Übertragungen der Champions League in die Röhre gucken zu müssen. Die UEFA hält die bisherigen Angebote italienischer TV-Sender für nicht akzeptabel.

Tifosi droht Champions League am Radio

lb
13. Mai 2003, 12:54 Uhr

Die italienischen Fußballfans drohen in den kommenden vier Jahren bei Übertragungen der Champions League in die Röhre gucken zu müssen. Die UEFA hält die bisherigen Angebote italienischer TV-Sender für nicht akzeptabel.

Möglicherweise keine Live-Bilder von den nächsten vier Champions-League-Spielzeiten wird es im italienischen Fernsehen zu sehen geben. Gerhard Aigner, Generaldirektor der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat wegen der stagnierenden Verhandlungen über die Übertragungsrechte für die Jahre 2003 bis 2007 deutliche Kritik geübt. Den Italienern drohe die Gefahr, im kommenden Jahr im Fernsehen keine Spiele der "Königsklasse" mehr zu sehen, warnte Aigner im Interview mit der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport.

Bislang kein Angebot der RAI

Die UEFA habe bisher nur Angebote von der privaten TV-Gruppe Mediaset unter Kontrolle des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und des Bezahlsenders Sky Italia des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch erhalten. "Beide Angebote sind 50 Prozent niedriger als die Summe, die für den letzten Vertrag gezahlt worden war. Wir haben keinerlei Angebot vom Staatsfernsehen RAI erhalten. Wie ist das möglich? Mit diesen Angeboten können wir kein Abkommen unterzeichnen", sagte Aigner.

"Können bestimmte Angebote nicht annehmen"

"Wir verlangen nicht dieselbe Summe wie vor vier Jahren, weil weniger Spiele vorgesehen sind und weil die Lage des internationalen Fußballmarkts schwierig ist. Wir wissen auch, dass die TV-Übertragungsverträge für die Meisterschafsspiele in Italien wie in Deutschland zu geringeren Preisen abgeschlossen wurden. Wir können über eine Preisreduzierung von zehn bzw. 20 Prozent, nicht aber von 50 Prozent verhandeln. Wir bieten ein Top-Produkt des internationalen Fußballs an. Wir können bestimmte Angebote einfach nicht annehmen", so Aigner.

Autor: lb

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