Mülheim: Galatasaray verpflichtet den dritten Trainer der laufenden Saison

Klub droht Abzug von acht Punkten

aer
18. Oktober 2006, 16:56 Uhr

Es gibt kaum einen Verein im Ruhrgebiet, der eine solch turbulente Saison-Anfangsphase hingelegt hat wie Galatasaray Mülheim. 3:0 gewann der Landesligist am Sonntag beim TV Jahn Hiesfeld – auf der Bank saß dabei bereits der dritte Trainer. Nizamettin Akyüz übernahm vor sieben Tagen das Kommando. Er hat gleich mit Gerüchten zu kämpfen: "Gala" droht der Abzug von acht Punkten, weil sich der Verein eine Spielgenehmigung "erschlichen" haben soll. Revierkick.de fragte nach: [i]Was war da los?[/i]

Akyüz ist der Nachfolger von Sakis Papachristos (1. bis 6. Spieltag) und Ali Eken (7./8. Spieltag). Letzter erklärte sich bereit, als Co-Trainer weiterzumachen. Der bei Gala nur „Niza“ gerufene neue Trainer war bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison für das Team verantwortlich und schaffte den Klassenerhalt. [imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_107.jpg Wurde nach dem 6. Spieltag von seinem "Co" gefeuert: Ex-Trainer Sakis Papchristos.[/imgbox]

Zu seinem Wiedereinstieg sagte der ehemalige türkische Zweitliga-Spieler: „Jetzt ist die Zeit ohne Fußball vorbei. Es war schön, so ganz ohne Stress. Aber ich liebe diesen Sport und ich liebe diesen Verein, der mich groß gemacht hat. Ich mache das nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil der Verein eine schwierige Zeit durchlebt. Die Spieler haben mich täglich angerufen und gesagt: ,Niza Abi, Du musst das machen.’ Die Mannschaft hat sich kaum verändert, das sind noch ganz meine Jungs. Mit zwei, drei Verstärkungen würden wir oben mitspielen, ganz sicher. Ich bin kein Zauberer, wir wollen aber so schnell wie möglich punkten.“

„Abi“ heißt übersetzt Bruder. Und des Bruders Comeback gelang. Nach dem 3:0-Erfolg in Dinslaken-Hiesfeld meinte Akyüz: „Die Mannschaft hat sehr guten Fußball gespielt. So kann es weitergehen. Der Sieg war ungefährdet, wir hätten sogar sieben, acht Stück machen können. Selbst der Trainer des Gegners hat unsere Leistung gelobt. Unser neuer Torwart „Aik“ Nkoju hat Ruhe ausgestrahlt. Er wird auch in der nächsten Woche das Tor hüten. Savas Tanriver muss sich hinten anstellen.“

Auch Co-Trainer Ali Eken war erleichtert über die Entwicklung: „Es konnte so einfach nicht weitergehen. Ich war Masseur, Platzwart und musste den Spielbericht ausfüllen. Wie soll ich da noch als Trainer die Mannschaft motivieren? Ich bin froh, dass Niza da ist. Er hält die Jungs zusammen.“

Doch aus einer vernünftigen Bilanz mit elf Punkten nach neun Spielen könnte schon bald Abstiegsgefahr werden. Denn es laufen Proteste bei Staffelleiter Wolfgang Jades. Beim 1:0-Erfolg bei Duisburg 1900 am zweiten Spieltag kam Abed Laktab zum Einsatz. Der war zwar spielberechtigt. Allerdings sagt Jades: „Der Vorwurf lautet, dass Galatasaray die Berechtigung erschlichen hat.“ Es war der einzige Laktab-Einsatz in dieser Saison. Ebenfalls im Blickpunkt: Burhan Erkis, der schon in den Partien bei Fichte Lintfort (3:1) sowie gegen den 1. FC Kleve II (1:1) und GSV Moers (2:2) das Mülheimer Trikot trug, obwohl er erst ab dem 15. September hätte spielen dürfen.

Ali Eken sieht den Fehler bei der Passstelle. „Ich selbst habe den Antrag fristgerecht in den Briefkasten geschmissen. Wir haben keinen Fehler gemacht.“ Auch Neu-Trainer Akyüz glaubt: „Wir behalten die Punkte.“

Bleibt noch die Frage nach der Galatasaray-Reserve, die in der Kreisliga A entweder auffällt, weil sie nicht antritt oder weil sie Sensationssiege feiert. Sie unterlag im Abstiegskrimi dem Mülheimer SV 07 II mit 2:3. „Wir spielen die Saison zu Ende“, sagt Spielertrainer Vural Kilic. „Wir wollen uns im Winter verstärken.“

Autor: aer

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