In den letzten Jahren ging es für Westfalia 04 Gelsenkirchen steil bergab. Über die Landesliga bzw. Bezirksliga landete die Elf vom Trinenkamp in der Kreisliga. Dort steht die im März von Markus Schmeling übernommene Mannschaft aktuell auf dem ersten Tabellenplatz. Gegen Firtinaspor Gelsenkirchen landete sie mit 4:1 den neunten Sieg in Folge (!). Nach der Partie sprach revierkick.de mit Schmeling über Erfolgsdruck, Konkurrenten und das Erfolgsgeheimnis der Westfalia.

Im Interview: Markus Schmeling (Trainer Westfalia 04 Gelsenkirchen)

"Mit Glück steigt keiner auf"

sb
16. Oktober 2006, 11:57 Uhr

In den letzten Jahren ging es für Westfalia 04 Gelsenkirchen steil bergab. Über die Landesliga bzw. Bezirksliga landete die Elf vom Trinenkamp in der Kreisliga. Dort steht die im März von Markus Schmeling übernommene Mannschaft aktuell auf dem ersten Tabellenplatz. Gegen Firtinaspor Gelsenkirchen landete sie mit 4:1 den neunten Sieg in Folge (!). Nach der Partie sprach revierkick.de mit Schmeling über Erfolgsdruck, Konkurrenten und das Erfolgsgeheimnis der Westfalia.

revierkick.de: Wie lief die Partie aus ihrer Sicht?

Schmeling: „Das war ein schwaches Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir zu überheblich gespielt und sind zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen. Wir hätten zur Halbzeit 5:0 führen müssen. In der 55. Minute kassieren wir das 2:1. Das Spiel wäre dann fast gekippt. Das 3:1 war wie eine Vorentscheidung. Wir hatten danach wieder die Sicherheit und haben letztendlich auch verdient gewonnen. Und am Ende zählen die Punkte.“

revierkick.de: Sie stehen mit ihrem Team ohne Punktverlust momentan auf dem ersten Tabellenplatz. Hätten Sie mit einem solchen Saisonverlauf gerechnet?

Schmeling: „Ich habe von Anfang an gehofft, dass wir oben mitspielen. Wir haben uns aber nicht als ein Aufstiegsfavorit angesehen. Wir wollten uns erstmal in der Kreisliga A etablieren und den freien Fall stoppen. Das es derzeit so gut läuft ist natürlich sehr erfreulich für uns.“[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_106.jpg Markus Schmeling war als Spieler für Erle 08, VfB Hüls, FC Rhade, STV Horst-Emscher, SC Hassel, SpVg. Marl, Adler Osterfeld und Germania Gladbeck aktiv. Seine letzte Station als Spielertrainer war RWW Bismarck. Schmeling ist 36 Jahre jung, verheiratet und hat zwei Kinder.[/imgbox]

revierkick.de: Die Mannschaft stellt also nicht unter Aufstiegsdruck?

Schmeling: „Nein. Überhaupt nicht. Der Verein musste sich erstmal fangen. Durch den großen Umbruch nach dem Abstieg, musste sich die neuformierte Mannschaft erst einmal finden. Wenn uns alles weiterhin so gut gelingt, können wir uns als Ziel den Wiederaufstieg in die Bezirksliga setzen.“

revierkick.de: Ihre Mannschaft marschiert derzeit scheinbar allen anderen Teams mühelos weg. Wer könnte ihren Lauf noch stoppen?

Schmeling: „ETuS Bismarck und SSV Rotthausen sind für mich sehr starke Mannschaften. Wenn man sich die Tabelle anschaut, sieht man wie eng das alles ist. Wenn wir ein Spiel verlieren, können wir direkt Dritter werden. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Entscheidend ist, dass man am Ende oben steht. Noch haben wir nichts erreicht. Die kommenden Spiele gegen SSV und ETuS werden für uns richtungweisend sein.“

revierkick.de: Haben Sie denn ein Erfolgsgeheimnis, mit dem sich diese fast schon unheimliche Serie erklären lässt?

Schmeling: „Der Zusammenhalt ist unsere Stärke. Darauf lege ich sehr viel Wert. Bei den Verpflichtungen haben wir darauf geachtet, dass die Leute auch menschlich gut zusammenpassen. Aus diesem Grund habe ich Thorsten Reidegeld und einige andere Spieler von RWW Bismarck nach meinem Wechsel nach Westfalia mitgenommen. Ich versuche die Mannschaft immer aufzubauen und zu stärken. Und das zahlen mir die Jungs zurück, denn ihr Wille und ihr Einsatz sind im Moment vorbildlich. Das sind die Mittel mit denen man in der Kreisliga besteht. Wir müssen hart arbeiten und uns immer gegenseitig helfen. Denn mit Glück steigt keiner auf.“

revierkick.de: Wie ist der Eindruck vom Verein nach den ersten Monaten bei Westfalia?

Schmeling: „Der Verein ist wie eine große Familie, die Tennisabteilung, die erste sowie die zweite Mannschaft. Dieser Zusammenhalt wird hier besonders gefördert. Das Vereinsleben steht an erster Stelle. Und auch die Jugend spielt eine große Rolle. Mit Matthias Schulz und Niklas Zacharias haben dieses Jahr zwei Spieler aus der eigenen Jugend den Sprung in die 1. Mannschaft geschafft. Nächstes Jahr werden vier weitere Spieler zum Kader der Mannschaft stoßen. Die Jugendarbeit ist hier vorbildlich.“
revierkick.de: Werden Sie sich dennoch in der Winterpause personell noch mal verstärken?

Schmeling: „Wir haben Sebastian Livera der bis zum Sommer bei Eintracht Gelsenkirchen gespielt hat, verpflichtet. Er ist ab dem 24. Oktober spielberechtigt. Zur Rückrunde wird uns Gordon Bergmann, der nach der Auflösung der Landesligaelf von RWW Bismarck vereinslos war, im offensiven Bereich verstärken.“

revierkick.de: Und welche sportlichen Ziele haben Sie persönlich?

Schmeling: „Ich möchte mit Sicherheit irgendwann höher trainieren. Die Oberliga ist schon ein Ziel, dass man sich setzten kann. Die erfolgreiche Zeit als Spieler möchte ich auch als Trainer genießen. Ich habe jedoch im Moment ein Vertrag bei Westfalia und ich fühle mich hier sehr wohl.“

Autor: sb

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