Nach 45 Minuten war seine Vorstellung schon beendet, doch sie könnte eine Langzeit-Wirkung haben.

Schalke: Varela beendet lange Leidenszeit mit Tor und Schmerzen

Beste Bewerbung um einen neuen Vertrag

hb
11. März 2008, 08:56 Uhr

Nach 45 Minuten war seine Vorstellung schon beendet, doch sie könnte eine Langzeit-Wirkung haben.

Gustavo Varela hat sich nach zehn Monaten ohne Einsatz für den FC Schalke mit einem Paukenschlag in der Bundesliga zurückgemeldet. Am 5. Mai 2007 hatte er beim 1:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg zum letzten Mal für drei Minuten auf dem Platz gestanden und war danach schon fast ein wenig in Vergessenheit geraten.

In dieser Saison war er noch gar nicht dabei, fehlte erst wegen der Nachwirkungen einer Knie-OP und fiel dann im Herbst und Winter wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel erneut für Wochen aus. Seit dem gestrigen Samstag ist das alles vergessen. Mit seinem Tor in der 24. Minute ebnete er Schalke den Weg zum Sieg in Bielefeld, es war sein erster Treffer seit seinem Linksschuss zum 1:0 am 27. Januar vergangenen Jahres beim 3:1 in Frankfurt.

"Mirko Slomka hat mich nach dem Abschlusstraining am Freitag gefragt, ob mein Knie schmerzfrei sei und ich mir zutrauen würde zu spielen. Da habe ich natürlich sofort ja gesagt, denn auf diese Chance habe ich lange gewartet", strahlte Varela nach der Rückkehr ins Schalker Team.

Auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld konnte er sich in Bielefeld richtig austoben, verstand sich mit Heiko Westermann auf dem rechten Flügel sehr gut. Kein Wunder, dass die beiden Außen auch in Koproduktion für die wichtige Schalker Führung sorgten. "Das war ein super Gefühl", nickte der Uruguayer. "Ich habe ja schon beim vermeintlichen 1:0 gejubelt, weil ich den Pfiff des Schiedsrichters nicht gehört habe. Als dann Heikos Flanke kam, habe ich mir gedacht: den musst du machen. Ich habe den Ball ein bisschen mit dem Kopf und halb mit der Schulter erwischt", schilderte Varela die Szene in der 24. Minute.

"Nach der langen Verletzungszeit brauche ich Spielpraxis, um meine alte Form zu finden. Für den ersten Einsatz war ich schon ganz zufrieden mit mir", erzählte der Kämpfertyp. "Leider musste ich zur Pause raus, weil ich seit drei Wochen Schmerzen wegen einer Lungenprellung habe und in der Halbzeit nicht mehr gut Luft bekommen habe."

Obwohl der Konkurrenzkampf im Team groß ist, möchte sich der in nun fast sechs Jahren bei den Königsblauen nur auf 80 Bundesligapartien gekommene Allrounder nicht wieder ins zweite Glied zurückziehen. Die Leistung in Bielefeld soll vielmehr eine Bewerbung dafür sein, das im Juni auslaufende Arbeitspapier zu verlängern. "Im Moment denke ich zwar nicht an meinen Vertrag, das wäre zu früh. Aber ich hatte im vergangenen Jahr ein Gespräch mit Andy Müller.

Der Manager hat mir dabei gesagt, dass der Verein mit mir verlängern will, sollte ich gesund bleiben", macht sich Varela vorsichtig Hoffnung auf weitere schöne Erlebnisse beim Champions-League-Viertelfinalisten. "Schalke ist für mich wie ein zweites Zuhause geworden, daher möchte auf jeden Fall gerne bleiben", nickt der 29-Jährige. "Ich habe sehr großes Glück bei Schalke 04. Trainer, Mannschaft und Verantwortliche hatten sehr viel Geduld mit mir, sie haben lange auf mich gewartet", ist er über die Unterstützung des Vereins dankbar.

Wegen seiner großen Verletzungsanfälligkeit dürfte der nächste Vertrag, falls es dazu kommt, sicher stark einsatzbezogen sein. Einen Gustavo Varela mit all seiner Unberechenbarkeit kann Schalke aber sicher auch in Zukunft gut gebrauchen.

Autor: hb

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