Keine Frage, der Dreier gegen den VfL Wolfsburg war im Kampf um die Drittliga-Quali überlebenswichtig und trotz der vielen Defizite verdient.

RWE: Haeldermans nimmt die Last von Gorschlüter

Bonan: "Ich bin der Richtige"

10. März 2008, 18:09 Uhr

Keine Frage, der Dreier gegen den VfL Wolfsburg war im Kampf um die Drittliga-Quali überlebenswichtig und trotz der vielen Defizite verdient.

Trotz des am Ende klaren 3:0-Erfolges verschloss Coach Heiko Bonan aber nicht die Augen vor den Aspekten, die verbessert werden müssen. Nach dem Match stellte er sich den vielen Fragen rund um seine Truppe und auch um die eigene Person.
Heiko Bonan, was denken Sie mit dem Blick auf die Tabelle?

Man sollte aufhören, vieles kaputt zu reden. Wir haben auf einige Teams zwei Zähler aufgeholt, auf andere drei. Das war das Ziel, der Rest muss und wird sich entwickeln. Braunschweig wird ganz anders, da ergeben sich viel mehr Möglichkeiten für uns.

War das gestern schon die Befreiung?

Nein, ich würde sagen, jemand ist aus dem Rollstuhl ausgestiegen und hat den ersten Schritt gemacht.
Paul Jans vergab die große Chance zum 1:0 und musste dann zur Pause raus. Muss er extra aufgebaut werden?
Klar reden wir mit ihm. Da muss man aber auch so durch, die Jungs müssen zeigen, dass sie Männer sind. Wir werden für unseren Job bezahlt, da muss jeder für sich durch. Und ich musste ihn raus nehmen, weil auch die Körpersprache nach der vergebenen Möglichkeit nicht mehr stimmte.

Was sagen Sie zu Tim Gorschlüter? Auch er schien eine Blockade zu haben?

Ich gönne es jedem, einmal in so einer Situation auf dem Feld zu stehen. Es ist nicht so einfach. Da kann man zehn Millionen verdienen und dennoch rennt man vogelwild herum, weil man in einer Phase ist, in der es nicht klappen will. Der Druck ist groß, auch die Fans wurden berechtig unruhig. In dem Moment, wo Stijn Haeldermans neben Tim gespielt hat, wurde das besser. Da hat ihm jemand die für ihn gerade scheinbar zu große Last, abräumen und das Spiel machen zu müssen, abgenommen. Auf einmal wurden super Bälle gespielt, jeder Zweikampf gewonnen. Da hat man gesehen, wie wichtig Stijn für uns ist. Er ist ein riesiger Fußballer, der aber noch etwas Zeit benötigt, um richtig fit zu werden. Und die bekommt er auch.

Also bleibt er zunächst der Joker?

Ja, denn man geht zu viel Risiko, wenn man mehrere Kicker aufbietet, die nicht bei 100 Prozent sind. Wir müssen da einen guten Mittelweg finden.
Was ist eigentlich mit André Schei Lindbaek. Wie schlimm ist seine Verletzung?

Er ist in Behandlung, seine Achillessehneprobleme werden mit Spritzen behandelt. Ich gebe keine Prognose mehr ab, wann er wieder bei uns ist.

Wie sehen Sie ihre Position nach dem Erfolg gegen die Wölfe?

Ich habe immer gesagt, verliere ich den Glauben an die Elf, bin ich der falsche Mann. Aber ich bin fest von der Truppe überzeugt. Ich denke, wir werden in einer Woche den nächsten Schritt in die richtige Richtung sehen. Den Rest kann ich nicht beeinflussen. Wenn es heißt, Bonan ist nicht mehr der Trainer, dann kann ich nicht heulen und kämpfen, dann ist das eben so. Aber ich gehe nach dem ersten Sieg davon aus, dass man alles so belässt. Ein Zeichen ist doch klar geworden. Jede Mannschaft, die ich kennen gelernt habe, würde in der Situation, in der ich letzte Woche war, den Trainer absägen. 50 Prozent jedes Kaders sind unzufrieden mit dem Coach, weil sie nicht auflaufen. Bei uns habe ich davon nichts gesehen. Das ist auch ein Signal nach außen. Ich bin sicher, ich bin der Richtige.

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