Eigentlich ist Tischtennis in den höheren Spielklassen ein Vielfliegersport. Fast jeder Verein der ersten oder zweiten Bundesliga leistet sich - den Billigfliegern sei Dank - mehrere ausländische Akteure, die eingeflogen werden.
Vor Ort wohnen selbst deutsche Spieler selten. Sie schließen sich meistens Trainingsgruppen in der Nähe ihrer Wohnorte an.

Tischtennis: Germanen auf chinesischer Mission

„Wie eine große Familie“

ps
04. März 2008, 08:49 Uhr

Eigentlich ist Tischtennis in den höheren Spielklassen ein Vielfliegersport. Fast jeder Verein der ersten oder zweiten Bundesliga leistet sich - den Billigfliegern sei Dank - mehrere ausländische Akteure, die eingeflogen werden.
Vor Ort wohnen selbst deutsche Spieler selten. Sie schließen sich meistens Trainingsgruppen in der Nähe ihrer Wohnorte an.

Doch es gibt Ausnahmen. Das belegt das Beispiel DJK Germania Holthausen. Bei dem Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord wohnen fünf der sechs Stammspieler vor Ort. Marco Jevtovic, die Nummer zwei der Herner reist als Einziger lediglich zu den Spieltagen an. Er hat zwar seine sportliche Heimat im Ruhrgebiet, Jevtovic wohnt aber weiter in Serbien und das obwohl Holthausen nach dem TTC Grün-Weiß Bad Hamm bereits seine zweite Station in der Region ist.

Die anderen Holthausener Legionäre wie die Bulgaren Gozdan Krastev Grozdanov und Teodor Yordanov wohnen alle in Herne. Auch Holthausens Spitzenspieler, der ehemalige Weltranglisten-113., David Daus ist im Ruhrgebiet heimisch. Doch ebenso wie Jevtovic haben sich Daus, Grozdanov und Yordanov vor wenigen Tagen auf eine lange Flugreise gemacht. Alle vier sind im südchinesischen Guangzhou bei der 49. Teamweltmeisterschaft vor Ort. Grozdanov, Yordanov und Jevtovic stehen für ihre jeweiligen Nationalteams an der Platte. Daus ist für seine Arbeitgeber, den Tischtennishandel Schoeler und Micke bzw. dessen Handelsmarke Andro, bei der Weltmeisterschaft im Einsatz.

"Es ist schön, sich hier zu treffen und auch die anderen bekannten Gesichter wieder zu sehen. Der Tischtennissport ist wie eine große Familie", erklärt Jevtovic. Daus, der als Kapitän besonderen Kontakt zu den Mannschaftskollegen pflegt, meint: "Für einen Zweitligisten ist es schon ungewöhnlich, dass so viele Leute bei einer Weltmeisterschaft sind." Daus unterstützt den 1. Vorsitzenden der DJK, Peter Kukovic, und spricht mit den Spielern schon über etwaige Vertragsverlängerungen.

Nach dem 9:3-Erfolg vor fast 1000 Zuschauern im Derby beim ärgsten Verfolger Borussia Dortmund in der Dortmunder Brügmannhalle sind die Weichen für Holthausen Richtung Meisterschaft und Aufstieg gestellt. Ob der im Tischtennis allerdings nicht einfache Weg in das Oberhaus bestritten werde, sei noch offen, so Daus. Endgültige Ergebnisse werden erst nach den jetzt anlaufenden Gesprächen erwartet.

"Um oben eine vernünftige Rolle zu spielen, muss noch kräftig aufgerüstet werden. Es müssten mindestens zwei Neue kommen", betont Daus. Auch wenn trotz sportlicher Qualifikation auf den Aufstieg verzichtet werden könnte, würde weiter Aufbauarbeit in Holthausen betrieben. Das Sport- und Wellnesszentrum Herne biete bereits jetzt neben Düsseldorf die besten Trainingsbedingungen.

Daus schwört auf die Gegebenheiten: "Wir können praktisch Tag und Nacht in die Halle und haben dort schon fest den roten Turnierboden, den andere vorher immer noch extra verlegen müssen." Neben den existierenden Einrichtungen ist im Herner Sport- und Wellnesszentrum ein Sporthotel geplant. Tischtennis der WM-Fahrer wird dort bereits am Sonntag, 9. März, im Spiel gegen Hertha BSC Berlin wieder geboten.

Autor: ps

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