Als das Börsenparkett am Freitagabend geschlossen wurde, notierte die BVB-Aktie mit 1,37 Euro. Das sogenannte schwarzgelbe Wertpapier dümpelt weiterhin nahe an dem absoluten Tiefkurs (1,34 Euro) dahin.

BVB: Verschlechterung des Vorjahrergebnisses um 13,9 Millionen Euro

Kaum Raum für ablösepflichtige Neuzugänge

03. März 2008, 18:44 Uhr

Als das Börsenparkett am Freitagabend geschlossen wurde, notierte die BVB-Aktie mit 1,37 Euro. Das sogenannte schwarzgelbe Wertpapier dümpelt weiterhin nahe an dem absoluten Tiefkurs (1,34 Euro) dahin.

Besserung ist nicht in Sicht, denn der vor zwei Tagen veröffentliche Halbjahresbericht des Bundesligisten dürfte bei den Anteilseignern kaum Begeisterungstürme hervorgerufen haben.

Der Konzern Borussia Dortmund verbuchte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2007/2008 einen Fehlbetrag in Höhe von 5,9 Millionen Euro. Im Vorjahr konnte zum gleichen Zeitpunkt noch ein Gewinn von acht Millionen Euro ausgewiesen werden, so dass sich das Ergebnis um fast 14 Millionen Euro verschlechtert hat. In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich auch die Schere des operativen Ergebnisses (EBIT) im Konzern, das sich auf -1,3 Millionen Euro beläuft. Ende 2006 wurden mit 10,7 Millionen Euro noch schwarze Zahlen geschrieben. Ebenfalls rückläufig sind die Umsatzerlöse, die von 50,4 auf 50,1 Millionen Euro sanken. In die andere Richtung tendiert der Personalaufwand, der vor allem durch die erhöhten Gehaltsaufwendungen für den Profikader von 18,6 auf 21 Millionen Euro kletterte.

Die Geschäftsführung beurteilt das Ergebnis wie folgt: „Borussia Dortmund hat den eingeschlagenen Konsolidierungskurs konsequent fortgesetzt und im abgelaufenen ersten Halbjahr nicht nur planmäßige Tilgungen der Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 2,8 Millionen Euro, sondern auch eine Sondertilgung in Höhe von 5 Millionen Euro vorgenommen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 5,1 Millionen auf 4,8 Millionen Euro. Die Abweichungen zu den Vorhalbjahreszahlen sind im Wesentlichen bedingt durch geringere Transfererlöse, die im Vorjahr ausgewiesenen Effekte der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sowie gestiegene Aufwendungen im Lizenzbereich.“

Zufrieden sein dürften die Verantwortlichen dennoch nicht, denn am Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni 2008 wird mit großer Wahrscheinlichkeit maximal eine schwarze Null stehen, es wird weder ein Gewinn noch Verlust vermeldet werden können. Transfererlöse in nennenswerter Höhe werden wohl ausschließlich aus dem Verkauf von Steven Pienaar an den FC Everton (3,1 Millionen Euro) zu verbuchen sein. Die Einnahmen aus dem Pokal-Wettbewerb wird ein Abrutschen in die roten Zahlen verhindern. Insgesamt dürfte das wohl bedeuten, dass die Borussen im Sommer so gut wie keinen bzw. nur einen geringen Handlungsspielraum für weitere ablösepflichtige Neuverpflichtungen besitzen. Für Tomas Hajnal muss der BVB bereits 1,3 Millionen Euro an den Karlsruher SC überweisen. In diesen Kontext passt auch die Aussage von Hans-Joachim Watzke, der nach dem Sieg gegen die TSG Hoffenheim erklärte: „Wir haben in der Winterpause mit insgesamt vier Millionen Euro für Transferentschädigungen und Gehälter für neue Spieler einen Vorgriff auf die neue Saison vollzogen.“ Coach Thomas Doll muss also mit einem nur unwesentlich veränderten Kader zum Höhenflug ansetzen, damit auch die BVB-Aktie ihre Depression langsam überwinden kann.

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