Vor dem gestrigen Nachmittags-Training hatte Anthar Yahia, der gemeinsam mit seinem Freund Marc Pfertzel tags zuvor an der Präsentation des neuen Mannschaftsbusses teilgenommen hatte, etwas zu erzählen.

VfL: Zuversicht vor dem Spiel gegen Bayer

Yahia: "Appetit auf mehr"

02. März 2008, 10:33 Uhr

Vor dem gestrigen Nachmittags-Training hatte Anthar Yahia, der gemeinsam mit seinem Freund Marc Pfertzel tags zuvor an der Präsentation des neuen Mannschaftsbusses teilgenommen hatte, etwas zu erzählen.

Sein erster Eindruck: "So ein Gefährt habe ich überhaupt noch nicht gesehen. Da mag man gar nicht mehr aus dem Bus aussteigen." Zwei Stunden später durfte er mit seinen Kollegen erstmals einsteigen. Denn kurz nach 17 Uhr ging es ins Trainingsquartier Goldschmieding in Castrop-Rauxel.

Bemerkenswert, wie gut die Stimmung vor dem heutigen schweren Spiel ist. Da herrscht Freude pur und das Wort Angst kommt im Sprachschatz des Algeriers gar nicht vor. Yahia nämlich versichert: "Wir haben vor keiner Mannschaft in der Bundesliga Angst. Nicht vor Bayern, nicht vor Bremen und auch nicht vor Leverkusen." Dem Innenverteidiger zu glauben, fällt nicht schwer. Denn schließlich hatte er hier vor einigen Wochen an gleicher Stelle erklärt, dass man auch in Bremen gewinnen kann. Und siehe da - er hatte Recht. Nun weiß er offensichtlich wieder einen Weg zum Erfolg: "Wir müssen nur an unsere Stärken denken, sie abrufen und ebenso selbstbewusst auftreten wie gegen Hannover. Gelingt uns das, holen wir einen Dreier."[box_rsprint]

Nicht nur, weil sein engster Freund Marc Pfertzel beim Hinspiel vom Platz flog, verspürt der Manndecker, der sich innerhalb eines Jahres die deutsche Sprache ohne Lehrer selbst beibrachte, so etwas wie Revanchegelüste: "Das Hinspiel hatte schon einen kuriosen Verlauf. Erst die großen Chancen für uns, dann die gelb-rote Karte für Marc. Und der Schiedsrichter hat es auch weiter nicht so gut mit uns gemeint. Das machte die Sache noch schwerer." Auf ein Wiedersehen freut er sich dagegen mit Theofanis Gekas, ist aber von seiner derzeitigen Situation am Rhein nicht überrascht: "Im Profifußball funktioniert es nicht immer so, dass man beim Vereinswechsel auch den Erfolg mitbringt. Das muss auch Fanis jetzt erkennen."

Denn im Fußball, und auch beim VfL Bochum, ist kein Tag mit dem vorherigen vergleichbar. Während es für die Etablierten in der Hinrunde noch eine Stammplatzgarantie gab, herrschen plötzlich verschärfte Bedingungen. Yahia: "Sportlich ist das natürlich ein Plus für uns. Aber ich habe auch viel Verständnis für die betroffenen Spieler, die jetzt zuschauen müssen. Denn spielen wollen doch alle."

Auch weil Anthar Yahia seinen Platz im Team bisher stets behaupten konnte, zieht er nach gut einem Jahr folgende Bilanz: "Ich hoffe, jeder merkt, dass ich in Training und Spiel alles versuche, um dem Verein zu helfen. Ich bin jedenfalls froh, in Bochum zu sein und fühle mich sehr wohl." Klingen da etwa heimische Gefühle durch? Yahia ohne Zögern: "Ja, ich fühle mich hier zu Hause und will mit dem VfL noch etwas erreichen."

Natürlich hat der Abwehrspieler die Philosophie des VfL - "das erste Ziel ist immer der Klassenerhalt" - verinnerlicht, aber dennoch verrät er: "Wir haben Appetit auf mehr, werden uns deshalb auch immer wieder neu motivieren."

Und was macht die Nationalmannschaft? Da steht dem Algerier ein heißer Sommer ins Haus, denn er verrät: "Gleich nach der Saison mit dem VfL geht es mit Algerien ins Trainingslager, denn im Juni haben wir vier ganz wichtige WM-Qualifikationsspiele." Worte, die sein Coach Marcel Koller sicherlich nicht gerne hört. Anthar Yahia: "Das müssen wir natürlich alles besprechen. Schließlich muss ich im Hinblick auf die neue Saison beim VfL auch mal ein paar Tage Urlaub machen. Aber darüber mache ich mir später einen Kopf."

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