Ja, Eishockey gespielt wurde auch - und zwar relativ schlecht. Mit 0:3 gingen die Moskitos gegen Kellerkind Eisbären Regensburg baden. Mehr gibt es zu diesem Spiel kaum zu sagen. Regte die lethargische Vorstellung auf dem Eis bereits zum Nachdenken an, schlug nämlich plötzlich auch auf den Rängen die Stimmung um. Schnell machten erste Gerüchte die Runde: Der ESC stehe unmittelbar vor dem Aus! Nach der Schlusssirene wurden die Spekulationen schließlich bittere Gewissheit, wütende Fan-Proteste folgten.

Moskitos Essen stehen unmittelbar vor dem Ende!

Letzter Hilferuf: 150.000 Euro bis Dienstag!

Aaron Knopp
25. Februar 2008, 01:47 Uhr

Ja, Eishockey gespielt wurde auch - und zwar relativ schlecht. Mit 0:3 gingen die Moskitos gegen Kellerkind Eisbären Regensburg baden. Mehr gibt es zu diesem Spiel kaum zu sagen. Regte die lethargische Vorstellung auf dem Eis bereits zum Nachdenken an, schlug nämlich plötzlich auch auf den Rängen die Stimmung um. Schnell machten erste Gerüchte die Runde: Der ESC stehe unmittelbar vor dem Aus! Nach der Schlusssirene wurden die Spekulationen schließlich bittere Gewissheit, wütende Fan-Proteste folgten.

"Jari, wir danken Dir!", skandierten die ESC-Anhänger bereits Minuten vor Spielende in Richtung "Mücken"-Coach Pasanen, schon mischten sich erste "Vorstand raus!"-Rufe in den Fan-Chor. Spätestens jetzt war klar, dass die Partie gegen die Eisbären kein gewöhnlicher Eishockey-Abend bleiben würde. Nach Spielende plötzlich Feuerwerkskörper auf der Stehtribüne und laute Fan-Proteste: "Ihr macht unseren Verein kaputt!".

Adressat der Schmährufe: Die Vorstandsriege der Moskitos. Die Club-Führung war jedoch bereits im VIP-Raum verschwunden und hatte ohnehin nichts mehr zu erklären, denn der Verein wandte sich zeitgleich mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Ein letzter, verzweifelter Hilferuf:

"Wenn es uns nicht gelingt, bis Dienstagmittag eine Lösung zu finden, müssen wir am Mittwoch Insolvenz beantragen. Daher nochmals der Appell. Wer uns in dieser Stadt helfen kann und möchte, melde sich doch bitte unter folgender Rufnummer: 0173/ 87 33 626."

Nach mittlerweile vier Wochen Verhandlung seien die Gespräche mit der Stadt Essen gescheitert, am vergangenen Freitag kam die endgültige Absage. Zumindest konnten aus dem Kreis des Vorstands und der Gesellschafter bereits 150.000 Euro aufgetrieben werden. Diese Summe wird aber nur für den Fall einer Deckung der Gesamtschuld von 300.000 Euro in Aussicht gestellt. Für diesen Fall sei dann jedoch auch eine Entschuldung innerhalb der nächsten drei Jahre realistisch.

"Wir wissen, dass wir für die Situation die Verantwortung tragen. Wir sind dennoch betroffen und können nicht verstehen, dass es für einen Profi-Eishockeyclub der Zweiten Bundesliga, der sportlich gut aufgestellt ist, und dessen Nachwuchsmannschaften des Vereins ihre erfolgreichste Saison seit bestehen spielen, keine Rettung zu geben scheint und wir an einer Liquiditätslücke von 150.000 Euro zu scheitern drohen", hieß es in dem vor Vereins-Präsident Jürgen Taschner und GmbH-Geschäftsführer Bernd Piel unterzeichneten Schreiben.

Scheinbar müssen sich die Essener Eishockey-Fans also auf eine erneute Vereins-Pleite gefasst machen. Bereits die Musikeinspielung im Schlussdrittel wirkte wie ein Abgesang: Iron Maidens "Two minutes to midnight" oder "Paint it black" von den Rolling Stones wirkten selten so galgenhumorig. Zumindest bis Dienstag darf aber noch gehofft werden, dass sich ein Retter für das Essener Eishockey findet. Ansonsten wäre wohl "Spiel mir das Lied vom Tod" die passendste musikalische Untermalung.

Autor: Aaron Knopp

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