Yasin Öztekin ist waschechter Dortmunder.

BVB II: Talent Yasin Öztekin im Interview / Türkei-Wechsel kein Thema

"Lars Ricken ist für uns wie ein Trainer"

tt
23. Februar 2008, 09:10 Uhr

Yasin Öztekin ist waschechter Dortmunder. "Ich spiele seit zwölf Jahren für den BVB, habe hier in der E-Jugend angefangen. Für mich gibt es nichts Besseres als die Borussia", bekennt der quirlige Offensiv-Mann schwarz-gelbe Farbe.

Am Samstag gastiert Öztekin mit Dortmund bei Rot-Weiss Essen: "Für uns ist das eine große Chance. Wenn wir da gewinnen, würde der Vorsprung auf acht Punkte anwachsen." Im Interview mit RevierSport spricht Öztekin über Perspektiven, seine Ziele, Team-Kollege Lars Ricken und erklärt, warum ein Wechsel in die Türkei kein Thema ist.

Jasin Öztekin, der Auftakt verlief vielversprechend, Sie haben das erste Saisontor erzielt. Was haben Sie sich für die Rückrunde vorgenommen?
Ich will möglichst die beste Leistung abrufen und dazu noch meine Torquote steigern. Einen Treffer habe ich jetzt, am Ende sollen es sechs, sieben Stück sein. Das wäre eine gute Ausbeute. Ich glaube an mich und weiß, dass ich es schaffen kann.

Ihr Trainer Theo Schneider hat Ihnen geraten, noch zielstrebiger den Abschluss zu suchen. Nehmen Sie sich von seinen Tipps etwas an?
Ja, natürlich versuche ich das, was der Coach sagt, zu beherzigen und umzusetzen. Trotzdem ist es irgendwie komisch, wenn ich vor dem Tor stehe. Sobald ich einen Mitspieler sehe, bekommt er den Ball von mir. Alleine vor dem Kasten muss ich natürlich selbst den Abschluss suchen. Ich will mich im Bereich Chancen-Verwertung auf jeden Fall verbessern.
Was erwarten Sie von der Partie in Essen?
Wir spielen nicht zum ersten Mal an der Hafenstraße, insofern wissen wir schon, was uns da erwartet. Essen steht unter Druck. Wenn uns ein frühes Tor gelingt, dann packen sie uns nicht. Wir müssen cool auftreten, gut stehen, dann kommen die Chancen zwangsläufig für uns. Die Tatsache, dass Lars Ricken wieder auflaufen kann, hilft uns sicherlich.
Wie wichtig ist Ricken für die junge Mannschaft?
Lars ist für uns auf dem Platz wie ein Trainer. Er gibt Tipps, dirigiert, erkennt die Situationen und spielt sehr gute Pässe. Besser geht es gar nicht. Er zählt in unserem Team zu den ganz wichtigen Spielern.

Der BVB hat abgesehen vom erwähnten Ricken eine sehr junge Auswahl. Ist das im harten Kampf um die neue dritte Bundesliga ein Vor- oder Nachteil?
Ich denke, es ist ein Vorteil. Bei uns hängt sich jeder rein, alle geben kräftig Gas. Jeder Einzelne will spielen, bietet sich entsprechend an. Wer nicht dabei sein kann, arbeitet weiter, ohne beleidigt zu sein. Ich habe das selbst letzte Saison erlebt, da kam ich aus der Jugend und war zu Beginn nicht dabei. Da war der Respekt vor den Leuten, die sich bereits etabliert hatten, einfach vorhanden. Ich habe immer weitergemacht, bis die Chance kam.

Ihr Team-Kollege Mehmet Akgün wechselte kürzlich zu Willem II Tilburg. Nizamettin Caliskan spielt in Manisaspor, die beiden Ex-Essener Baris Özbek und Serkan Calik stehen bei Galatasaray unter Vertrag. Kommt man da automatisch ins Grübeln?
Ich habe mit Calik und Özbek telefonischen Kontakt, da kriegt man schon eine Menge mit. Wenn man in die Türkei wechselt, dann muss das ein richtig guter Vertrag sein. Aber für mich stellt sich die Frage gar nicht. Ich bin in Deutschland geboren. Ich kann mich nicht hier als Spieler entwickeln, um dann in die Türkei zu wechseln. Meine Freunde, meine Familie sind allesamt in Dortmund. Der BVB ist für mich das Beste, was es gibt. Ich werde hier weiter powern.
Wofür?
Um irgendwann den Traum zu verwirklichen, im Signal-Iduna-Park aufzulaufen. Dafür lohnt sich jede Anstrengung.

Autor: tt

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren