Die Mitteilung kam überraschend, damit hatte niemand gerechnet. Helmut Schulte wird ab dem 1. März nicht mehr Sportlicher Leiter der Schalker Nachwuchsabteilung sein. Einen Nachfolger für den seit dem 1. Mai 1998 im Amt befindlichen S04-Trainer gibt es noch nicht. Im Gespräch mit RevierSport spricht der 50-Jährige, der vor über einem Jahr bei einem Unfall im Orkan Kyrill fast ums Leben gekommen wäre, von einer sauberen Trennung, von der er gleichwohl

Schalke: Schulte von Trennung "super enttäuscht"

"An der Wand mit den Porträts der Jungs geht mein Herz auf"

19. Februar 2008, 12:34 Uhr

Die Mitteilung kam überraschend, damit hatte niemand gerechnet. Helmut Schulte wird ab dem 1. März nicht mehr Sportlicher Leiter der Schalker Nachwuchsabteilung sein. Einen Nachfolger für den seit dem 1. Mai 1998 im Amt befindlichen S04-Trainer gibt es noch nicht. Im Gespräch mit RevierSport spricht der 50-Jährige, der vor über einem Jahr bei einem Unfall im Orkan Kyrill fast ums Leben gekommen wäre, von einer sauberen Trennung, von der er gleichwohl "super enttäuscht" ist.

Helmut Schulte, wie kam es zum Bruch zwischen Ihnen und Schalke?
Das möchte ich im Detail nicht ausführen, aber wie es auch in der Presseerklärung beschrieben ist, haben der Verein und ich unterschiedliche Auffassungen darüber, wie es mit der Nachwuchsförderung im Club weiter gehen soll. Dann macht man besser einen sauberen Schnitt. Wenn man im Fußball irgendwann zusammenkommt, dann weiß man, dass man später wieder auseinandergeht.

Der Zeitpunkt mitten in der Saison ist dennoch überraschend, Ihr Vertrag auch bis 2010!
Das ist richtig und hat mich selbst überrascht. Ich bin auch der Meinung, dass ich nicht großartig etwas falsch gemacht hätte. Als ich vor zehn Jahren mit meiner Tätigkeit auf Schalke angefangen habe, spielte die Nachwuchsarbeit gar keine Rolle. Inzwischen haben wir in Deutschland mit die besten Voraussetzungen, was sowohl die Infrastruktur, die der Verein zur Verfügung gestellt hat, als auch die sportlichen Erfolge betrifft.

In dieser Ära wurde die A- und B-Jugend jeweils einmal Deutscher Meister, zudem hat die U19 zweimal den DFB-Pokal geholt!
Das kann sich doch sehen lassen. Viel wichtiger ist aber, dass hier Strukturen geschaffen wurden, die dazu geführt haben, dass mittlerweile einige Eigengewächse in der Bundesliga-Mannschaft spielen und andere gewinnbringend verkauft wurden. Wenn ich auf dem Weg zu meinem Büro in der Geschäftsstelle an der Wand mit den Porträts vorbeigehe und in die Gesichter der Jungs sehe, die es bis in die Bundesliga geschafft haben, dann geht mein Herz auf. Das hat mit Mike Hanke und Filip Trojan angefangen und ist bei Manuel Neuer, Christian Pander und Benedikt Höwedes sicher noch lange nicht zu Ende.

Wie sieht denn Ihr erfolgversprechendes Konzept zur Nachwuchsförderung aus, das mit Schalkes sportlicher Führung in Person von Manager Andreas Müller offensichtlich nicht mehr kompatibel war?
Für mich war in erster Linie wichtig, dass man eine schlagkräftige Scouting-Abteilung auf die Beine stellt, um bei der Auswahl der Spieler höchsten Anforderungen gerecht werden zu können. Zweitens habe ich eine Intensivierung des Trainings vorangetrieben, das durch das Fußball-Internat auf dem Vereinsgelände in enger Kooperation mit der Gesamtschule Berger Feld gewährleistet war. Dazu haben wir durch einen sehr guten Trainerstab die Qualität des Trainings gesteigert und die Spieler auch abseits des Platzes unter anderem durch Hinzuziehen eines Sportpsychologen in ihrer Entwicklung gestärkt.

Nun ist dieses Kapitel abgeschlossen und man munkelt, dass Sie als Sportdirektor zu Ihrem früheren Club St. Pauli zurückkehren, Wann fangen Sie in Hamburg an?
Das steht noch alles in den Sternen und ist noch lange nicht so klar, wie es mancherorts vermeldet wird.

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