Zwei Tage nach der Niederlage gegen Wolfsburg ist zwei Tage vor dem Champions-League-Hit gegen Porto. Spätestens ab dem heutigen Sonntag wird sich beim FC Schalke niemand mehr mit dem 1:2-Rückschlag in der Bundesliga nach zuvor verheißungsvollem Start in die Rückrunde beschäftigen. Dass die Spieler der Königsblauen schon im Duell gegen die

Schalke: Sturm an die Spitze vorerst gestoppt/Porto im Hinterkopf?

17 Tage der Wahrheit

Heiko Buschmann/Stefan Bunse
17. Februar 2008, 10:48 Uhr

Zwei Tage nach der Niederlage gegen Wolfsburg ist zwei Tage vor dem Champions-League-Hit gegen Porto. Spätestens ab dem heutigen Sonntag wird sich beim FC Schalke niemand mehr mit dem 1:2-Rückschlag in der Bundesliga nach zuvor verheißungsvollem Start in die Rückrunde beschäftigen. Dass die Spieler der Königsblauen schon im Duell gegen die "Wölfe" mit den Gedanken bei höheren Aufgaben waren, mochte aber am Freitagabend nur einer erkannt haben.

"Es war zu sehen, dass den Schalkern das große Champions-League-Spiel gegen Porto in den Hinterköpfen steckte", mutmaßte VfL-Trainer Felix Magath angesichts des fahrlässigen Umgangs der Gelsenkirchener mit besten Torgelegenheiten. "Schalke war die klar bessere Mannschaft und hatte die meisten Torchancen. Ich möchte mich aber für diesen schmeichelhaften Sieg nicht entschuldigen, sondern wünsche Schalke am Dienstag mehr Fortune", zeigte sich der Wolfsburger Macher nach dem zweiten Streich gegen die Schalker binnen gut zwei Wochen in Geberlaune.[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/649-1670_preview.jpeg Gute Laune-Mann: Wolfsburgs Trainer Felix Magath. (Foto: firo)[/imgbox]

Sein Kollege Mirko Slomka versuchte am Samstagmorgen, mit seiner Mannschaft die Gründe für den ersten Fehltritt im neuen Jahr zu erforschen. "Wir haben eine sehr klare Video-Analyse durchgeführt, dabei die guten wie schlechten Dinge angesprochen", erklärte der 40-Jährige. Erster Ansatzpunkt. Bereits zum sechsten Mal hat man in der Liga einen 1:0-Vorsprung nicht zum Dreier nutzen können. Das 1:2 gegen Wolfsburg war dabei nach sechs vorherigen Remis (2:2 in Stuttgart, dann fünfmal 1:1), die erste Pleite. Im DFB-Pokal kam eine weitere, natürlich in Wolfsburg, hinzu. "Das ist eine Sache der Konzentration, vorne wie hinten", kritisierte Manager Andreas Müller, der dem Team "trotz der Niederlage ein gutes Spiel" bescheinigte.

Wie in vielen Partien zuvor brachte sich die Truppe selbst um den Sieg, in dem sie klarste Möglichkeiten nicht nutzte. Allein Kevin Kuranyi hätte dreifach treffen können, Schalkes bester Torschütze hatte es fast allein auf dem Fuß, die Euphorie vor dem Highlight in der europäischen Königsklasse richtig anzuheizen. "Es wäre ein ganz wichtiger Schritt gewesen, um unsere Position vorne zu festigen. Wolfsburg ist gefährlich, das ist nicht gerade unser Lieblingsgegner", erkannte Slomka. "Aber ab heute ist dieses Ergebnis vergessen, dann gilt die Konzentration dem Spiel gegen Porto. Da werden wir sicher nicht so viele Chancen haben, daher müssen wir die wenigen nutzen."

Der Sturm an die Spitze der Bundesliga ist somit vorerst gestoppt. Die Möglichkeit, auf Platz zwei zu springen und "Druck auf oben auszuüben", wie Slomka es formulierte, gaben Kuranyi und Co. leichtfertig gegen einen zugegebenermaßen gut organisierten Gegner aus der Hand. "Von uns hat keiner vom Titel geredet, das wurde von außen an uns herangetragen", meinte Müller. "Wir müssen realistisch sein, unser Ziel bleibt nach wie vor Platz drei. Erst wenn wir den sicher haben, können wir am Ende der Saison über mehr reden."

Schalke muss nun vielmehr aufpassen, dass nicht innerhalb nur gut zweier Wochen alle Wettbewerbe verspielt werden. Dem Hinspiel gegen Porto folgen die Bundesliga-Spitzenspiele in Leverkusen und gegen Bayern München, ehe es in Portugal um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League geht. Auf Schalke kommen 17 Tage der Wahrheit zu, eine kurze Zeit, um eine schöne Erfolgsgeschichte fortzuschreiben oder das Buch dieser Saison schon zuzuschlagen.

Autor: Heiko Buschmann/Stefan Bunse

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