Rudi Bommer hat seine Stimme wieder. Nach seinem Virus, der den Duisburger Trainer zwei Tage vor dem Wolfsburg-Spiel buchstäblich lähmte, geht es gesundheitlich allmählich aufwärts.

MSV: Bommer schießt Antibiotika nach / "Noch nicht bei 100 Prozent"

Zu halbherzig: Lamey gestrichen!

tt
16. Februar 2008, 09:22 Uhr

Rudi Bommer hat seine Stimme wieder. Nach seinem Virus, der den Duisburger Trainer zwei Tage vor dem Wolfsburg-Spiel buchstäblich lähmte, geht es gesundheitlich allmählich aufwärts. "Ich bin noch nicht ganz fit und werde noch ein paar Antibiotika nachschießen, damit die Sache ganz auskuriert werden kann", sagt Bommer.

Arzt Dr. Lothar Roslawski hatte dem 50-Jährigen eigentlich davon abgeraten, in Wolfsburg an der Seitenlinie zu stehen. Bommers Reaktion: "Ich mache das trotzdem!" Seine Frau Ingrid fuhr ihn ins Mannschafts-Hotel, dort legte sich der Coach ein paar Stunden hin, hielt dann die Team-Besprechung ab und ließ sich in der Umkleide-Kabine der Volkswagen-Arena eine Infusion verabreichen. "Die hielt ungefähr fünf Stunden an. Nach dem Abpfiff hat mich meine Frau wieder zurückgefahren, ich lag wie tot im Wagen und habe kaum gezuckt. So einen Virus, der von Schüttelfrost und hohem Fieber begleitet wurde, hatte ich noch nie. Das war schon heftig", blickt Bommer zurück.

Selbst das Rezept, lauwarmes Weißbier zu trinken, um die Krankheit auszuschwitzen, schlug nicht an. "Das hat weder geschmeckt noch hat es geholfen. Sonst nehme ich in solchen Fällen immer Voltaren-Tabletten, aber selbst die haben überhaupt keine Wirkung gezeigt", versagten selbst altbewährte Methoden.

Am Dienstag hielt sich Bommer noch in den Räumlichkeiten an der Westender Straße auf, um kein Risiko einzugehen. Gestern war er wieder draußen bei der Mannschaft. "Ich muss bis zum Wochenende gesundheitlich wieder hochkommen, so ganz bei 100 Prozent bin ich noch nicht", erklärt der Ex-Frankfurter.
Doch wer Bommer gestern bei der Fehler-Analyse erlebte, der erlebte einen kampflustigen Coach. "Das zweite Tor, was wir gegen die Wölfe kassiert haben, war ein A-Jugendfehler", grummelte der Chef-Trainer, "so etwas hat nichts mit Taktik oder Disziplin zu tun, das war schlichtweg Dummheit. Aus einem ruhenden Ball darf so etwas nicht passieren. Wenn wir das nicht in den Griff kriegen, wird es eng."

Zu zaghaftes oder unprofesionelles wird der frühere Nationalspieler ab sofort rigoros ahnden. Erstes "Opfer": Michael Lamey. "Er war gar nicht da, nicht präsent. Lamey hätte ich so oder so ausgewechselt, auch wenn seine Fußverletzung sicherlich schmerzhaft war. Bei ihm habe ich zurzeit nicht das Gefühl, dass er durchs Feuer geht. Sicher muss ein Spieler auch mal einen Fehler machen dürfen, doch was Lamey gespielt hat, war halbherzig."

Autor: tt

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