Es ist wieder Derbyzeit im Ruhrgebiet. Dortmund gegen Schalke, das ewig junge Duell geht in die 131. Runde. Logisch, dass da die Aufregung gerade im Umfeld groß ist. Auch beim BVB, dessen Verantwortliche jedoch vor dem Aufeinandertreffen am heutigen Sonntag um 17 Uhr im Signal-Iduna-Park nach außen hin Gelassenheit demonstrieren.

BVB: Doll fordert Aggressivität ab Minute eins

„Ganze Region elektrisiert“

md
09. Februar 2008, 21:54 Uhr

Es ist wieder Derbyzeit im Ruhrgebiet. Dortmund gegen Schalke, das ewig junge Duell geht in die 131. Runde. Logisch, dass da die Aufregung gerade im Umfeld groß ist. Auch beim BVB, dessen Verantwortliche jedoch vor dem Aufeinandertreffen am heutigen Sonntag um 17 Uhr im Signal-Iduna-Park nach außen hin Gelassenheit demonstrieren.

„Es ist gut, dass die Scharmützel diesmal nicht im Vorfeld stattfanden, sondern erst heute auf dem Platz“, betont Sportdirektor Michael Zorc, der sichtlich erleichtert ist, dass die hitzigen Geplänkel vor und nach dem vorletzten Duell am 33. Spieltag der vergangenen Saison diesmal ausgeblieben sind. Zu viel steht für die Borussen auf dem Spiel, als dass sie sich auf solchen Nebenschauplätzen austoben könnten.

Denn anders als bei der besagten Partie im Mai letzten Jahres, die Dortmund bekanntlich mit 2:0 gewann und damit den Schalkern den Gewinn der Meisterschaft vermasselte, ist die aktuelle Saison für den BVB noch nicht gelaufen. Der Abstand auf den angestrebten Platz fünf, der die Qualifikation zum UEFA-Cup bedeuten würde, ist zwar bereits auf zehn Zähler angewachsen, doch mit einem Sieg über die Schalker, die genau dort im Moment rangieren, und den damit verbundenen Motivationsschub könnte eine Aufholjagd gestartet werden. Das unterstreicht auch Zorc, wenn er bemerkt: „Nach der deutlichen 1:4-Niederlage aus dem Hinspiel wollen wir diesmal die passende Antwort geben. Für uns ist es wichtig, den Anschluss zu finden und dann den Schwung mitzunehmen. Wir brauchen diese drei Punkte.“

Da passt es gut, dass Alex Frei nach seinem Comeback gegen Duisburg endgültig wieder eine Alternative für den Angriff darstellt. Der Schweizer, der in der vergangenen Woche bewusst auf einen Einsatz im Wembleystadion mit der Nationalmannschaft verzichtete, brannte im Training nur so vor Ehrgeiz und ist heiß darauf, seinem Treffer im Mai weitere Derby-Tore folgen zu lassen. Trotzdem dürfte Trainer Thomas Doll zunächst auf Diego Klimowicz vertrauen, der nach seinen drei Treffern in den Partien gegen Bremen und Duisburg in der Gunst des Linienchefs deutlich nach oben gestiegen ist. Angesichts dieser Auswahl, zu der sich Mladen Petric und Nelson Valdez gesellen, verwundert es nicht, dass Doll auf die Frage, wie positiv es sei, dass Schalke auf Kevin Kuranyi verzichten muss, leicht genervt antwortete: „Ich freu mich darüber, dass Alex wieder da ist und Diego trifft. Alles andere ist nicht mein Thema.“

Doch das war dann auch die einzige Spitze des Dortmunder Coaches in Richtung Presse, die er vor einigen Wochen noch harsch kritisiert hatte. Zu groß sei die Unruhe im Umfeld, hieß es damals, heute setzt der 41-Jährige auf den Schmusekurs: „Als ich das gesagt habe, war es noch 2007. Jetzt habe ich den Eindruck, dass eine gute Basis gefunden wurde, die auf dem aufbaut, was Sportsmänner ausmacht: ein respektvolles Miteinander.“

Trotzdem könnte der Gegenwind schnell wieder wachsen, wenn das Derby verpatzt und die Versprechungen des früheren Hamburgers, mehr Konstanz in die Leistung des Teams zu bringen, nicht in die Tat umgesetzt werden. „Wir durchlaufen gerade einen Entwicklungsprozess, der uns noch eine Weile begleiten wird“, warb Doll so auch um Verständnis für solch Rückschläge wie die erste Halbzeit in Duisburg.

Dass ähnliches nicht auch gegen Schalke passiert, glaubt er dagegen sicher: „Die ganze Region ist elektrisiert, das spüren natürlich auch die Spieler. Wir haben in der vergangenen Woche sehr konzentriert gearbeitet, und alle wissen, dass das eine sehr wichtige Partie ist. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir es schaffen, schnell ins Match zu kommen, cool und ballsicher aufzutreten und von der ersten Minute an aggressiv zu sein.“

Autor: md

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