Noch rollen die Bagger bekanntlich nicht, um das angestrebte neue Stadion für Rot-Weiss Essen endlich zu bauen. Allerdings gab es am Mittwoch-Abend beim Match gegen den Bundesligisten Hamburger SV nach langen Jahren wieder den Service einer Anzeigentafel. Das 3,4 Meter breite und 1,8 Meter hohe „Ding“ in der Westkurve bietet als Daten den Spielstand und die Spielzeit.

RWE: 14 Akteure gebunden – Trainer und Sportlicher Leiter nicht

Anzeigentafel da – Club weiter in der Warteschleife für das neue Stadion

Oliver Gerulat
01. Februar 2008, 11:57 Uhr

Noch rollen die Bagger bekanntlich nicht, um das angestrebte neue Stadion für Rot-Weiss Essen endlich zu bauen. Allerdings gab es am Mittwoch-Abend beim Match gegen den Bundesligisten Hamburger SV nach langen Jahren wieder den Service einer Anzeigentafel. Das 3,4 Meter breite und 1,8 Meter hohe „Ding“ in der Westkurve bietet als Daten den Spielstand und die Spielzeit.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/217-1234_preview.jpeg RWE-Präsident Rolf Hempelmann. (Foto: firo)[/imgbox]Gesponsort wird die Technik von Partner Elektro Decker. Inhaber Thomas Decker: „Es ist uns eine große Freude, RWE endlich zu einer neuen Anzeigentafel verholfen zu haben. Es macht Spaß, einen solchen Traditionsverein zu unterstützen.“ Die Tafel ist neu, nicht gebraucht. „Das war lange geplant“, erklärt Nico Schäfer, RWEs Geschäftsführer, der in den letzten zehn Tagen mit einer dicken und ansteckenden Lungenentzündung flach lag. Tja, ob Coach Heiko Bonan nicht lieber einen weiteren Spieler bekommen hätte? „Dafür bekommt man keinen Akteur“, wiegelt Schäfer ab.
Aber zurück zum Stadion, das Umfeld fragt natürlich permanent nach. RWE-Präsident Rolf Hempelmann wird nicht müde, den Sachverhalt ständig neu zu kommentieren. „Wir wissen, dass es die Öffentlichkeit beschäftigt“, nickt der SPD-Bundestagsabgeordnete, „das ist ja auch ein gesamtstädtisches Thema.“ Es geht um mehr als Fußball. Hempelmann: „Man muss das Projekt in Zusammenhang mit dem Titel europäische Kulturhauptstadt 2010 sehen.“ Den die Metropole trägt, die zusätzliche Bühne Profifußball wäre in diesem Zusammenhang mehr als förderlich.

Dazu kommt auch das Jahr 2011, in dem die nächste Frauen-WM stattfindet. Deutschland ist bekanntlich nicht nur Titelverteidiger, sondern Gastgeber. Essen soll ein Spielort sein, dafür benötigt man ein neues „Rund“. „Natürlich wünschen wir uns eine frühzeitige Entscheidung“, nickt Hempelmann, der die Diskussionen nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit den hiesigen Unternehmen – darunter „Global Player“ - führt. Der Energiepolitikfachmann benennt „weiter konkrete Gespräche.“
Der Blick des DFB schweift aus Frankfurt in Richtung Ruhrgebiet. „Der Verband wartet“, drückt sich Hempelmann nicht, „aber nicht ewig.“ Acht bundesweite Spielorte soll es geben. Hempelmann: „Jeder weiß, für unseren Club hat eine neue Arena eine zentrale Bedeutung, das wäre die wirtschaftliche Basis für unsere Zukunft.“ Die aber nur über das Geld Dritter funktioniert, weil RWE selbst mit roten Zahlen kämpft. Hempelmann betont noch einmal, dass es weit über den fußballerischen Tellerrand hinaus geht. „Es geht auch um Jugend- und Sozialarbeit, in der Jugend geht es um mehr als um Fußball.“ Vor allen Dingen im Essener Norden, dazu gehört nun einmal der Standort Bergeborbeck. Das angestrebte Leistungszentrum gibt auch für das Umfeld mächtige Impulse. Hempelmann: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinkriegen.“

Genau wie die dritte Bundesliga nach dem Ende des letzten Spieltags, mehr als dieses Ziel will kaum noch einer formulieren. Dafür sind Strukturen notwendig. Nach der Verpflichtung des Holländers Paul Jans stehen 14 Akteure unter Vertrag – für Klasse drei und optimistisch für die 2. Bundesliga. Wenn alle bleiben. Einen Trainer und einen Sportlichen Leiter (oder Manager) gibt es über den 30. Juni hinaus nicht. „Beide Seiten haben sich verständigt, dass aktuell andere Dinge wichtiger sind“, erklärt Hempelmann. Also müssen Heiko Bonan und Olaf Janßen warten. Wie lange tut man das?

Autor: Oliver Gerulat

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