Als Bundesliga-Fan hat die lähmend langweilige Winterpause bald ein Ende. Die Amateurfußballer müssen allerdings noch bis zum 2. März ausharren, bis sie wieder um Punkte kicken können. Freundschaftsspiele sind da neben der Halle die einzige Ablenkung von ermüdenden Waldläufen und Taktikstunden. Die winterlichen Test-Treffen sind ein fester Bestandteil jeder Vorbereitung, von der Bundesliga bis in die Kreisliga C. Sie können dabei oft mehr sein, als nur ein harmloses Experimentieren ohne Liga-Druck.

Durchblick: Freundschaftsspiele

Höhepunkt oder lästige Pflicht

Felix Guth
24. Januar 2008, 16:31 Uhr

Als Bundesliga-Fan hat die lähmend langweilige Winterpause bald ein Ende. Die Amateurfußballer müssen allerdings noch bis zum 2. März ausharren, bis sie wieder um Punkte kicken können. Freundschaftsspiele sind da neben der Halle die einzige Ablenkung von ermüdenden Waldläufen und Taktikstunden. Die winterlichen Test-Treffen sind ein fester Bestandteil jeder Vorbereitung, von der Bundesliga bis in die Kreisliga C. Sie können dabei oft mehr sein, als nur ein harmloses Experimentieren ohne Liga-Druck.

Landauf, landab startet Ende Januar die Testspielphase der Amateurteams. Nahezu besucherlose Partien gegen unterklassige Teams bei eisigen Temperaturen warten da auf die Fußballer. Doch mitunter kann so ein Vorbereitungstermin auch zum sportlichen Höhepunkt werden.

So wie im Wittener Vorort Rüdinghausen zum Beispiel. Dort war am vergangenen Wochenende die Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern München auf der Kunstrasenanlage von Verbandsligist TuRa zu Gast. „Solche Partien lohnen sich immer“, sagt Trainer Uli Sieweke, auch wenn „wegen des Mistwetters kaum Zuschauer da waren.“ Die Amateure aus dem Ruhrpott durften sich mit bayrischen Halb-Profis messen und hielten dabei sogar gut mit - so etwas sind später die erinnerungswerten Momente einer Fußballerkarriere.

Grundsätzlich schätzt jeder Trainer Freundschaftsspiele als Gelegenheit, neue Kicker auszutesten oder taktische Varianten zu erproben. Zugleich sind gerade Begegnungen gegen höherklassige Vereine immer mit der Hoffnung auf einen finanziellen Mehrwert verbunden. Denn ein Bundesligist zur rechten Zeit kann so manchem Amateurklub den Jahresetat sichern.

Doch natürlich ist diese Sache in der Umsetzung nicht so simpel wie sie klingt. Die Profi-Teams verlangen hohe Antrittsprämien, die bei Spitzenadressen wie Bayern München ins Sechsstellige gehen. Zudem spielen die Bundesligisten wegen der Verletzungsgefahr grundsätzlich nicht auf Kunstrasen und schon gar nicht auf Asche.

Der schnellste Weg zu einem Testkick gegen Profi-Teams führt also über Geld – oder über gute Beziehungen. Dem Bezirksligisten FSV Witten bescherten die guten Kontakte von Präsident Hans Pechtel im Sommer einen Nachlass auf den Besuch des BVB im Wullenstadion. So wurde die Partie – Endstand 0:8 – zu einem kalkulierbaren Risiko, letztlich schauten gut 6000 Besucher zu.

„Beziehungen sind immer der beste Weg“, sagt Rüdinghausens Uli Sieweke, der für seinen Verein weitere Testspiel-Highlights im Blick hat. „Ich glaube, es gibt schon die Chance gegen einen Regionalligisten wie Wuppertal oder Düsseldorf zu spielen“, sagt der ehemalige WSV-Kicker.

Letztlich ist aber das, was zwischen den Spielzeiten passiert, sportlich ohne Belang. Denn schon so mancher Klub wähnte sich nach guten Testspiel-Ergebnissen auf dem Erfolgsweg - und stürzte dann im Liga-Alltag böse ab.

Autor: Felix Guth

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