Wahnsinn! Das Pleite-Damoklesschwert konnte vom KFC Uerdingen in letzter Minute abgeschmettert werden. Gestern nahm der DFB-Pokalsieger von 1985 den Insolvenz-Antrag, der wegen 180.000 Euro Unterdeckung aus den letzten drei Monaten gestellt werden musste, wieder zurück und wartet jetzt auf die Aufhebung der Sicherheits-Maßnahmen.

KFC Uerdingen: "Sind das St. Pauli des Westens"

Um 12 Uhr war das Konto gefüllt

tt
24. Januar 2008, 10:57 Uhr

Wahnsinn! Das Pleite-Damoklesschwert konnte vom KFC Uerdingen in letzter Minute abgeschmettert werden. Gestern nahm der DFB-Pokalsieger von 1985 den Insolvenz-Antrag, der wegen 180.000 Euro Unterdeckung aus den letzten drei Monaten gestellt werden musste, wieder zurück und wartet jetzt auf die Aufhebung der Sicherheits-Maßnahmen.

Zusätzlich zu den vereinbarten Tests gegen Regionalligist RW Oberhausen und Bundesliga-Nachbar MSV Duisburg sowie der durchgeführten Sammel-Aktion der "Traditionsretter" (15.000 Euro kamen zusammen) wurde ein Großsponsor gewonnen.
"Das Engagement der Lakis-Group, die ihren Sitz in Neuss hat und im Mode- sowie Immobilien-Geschäft tätig ist, kam erst dadurch zustande, weil wir mit unseren Aktionen für Aufsehen gesorgt haben", schildert Andreas Galland, der sich selbst als "Frontschwein" der Retter-Initiative sieht.

Galland: "Herr Lakis hat selbst angerufen und seine Unterstützung angekündigt. Um 2 Uhr in der Früh haben wir den Vertrag nach dem MSV-Spiel in trockene Tücher gebracht. Das war buchstäblich eine Nachtschicht, die da eingelegt wurde. Offenbar hat die Lakis-Group keine Probleme, kurzfristig so eine Summe zu generieren. Am Mittwoch Mittag um 12 Uhr war das Geld auf unserem Konto."

Beim KFC geht der Betrieb weiter, der Kurs muss für die kommenden Monate abgesteckt werden. Galland: "Was ist sportlich realistisch? Soll man konservativ an die Sache herangehen oder wollen die Sponsoren vielleicht mehr und einen Angriff nach oben starten? Das muss man genau ausloten. Wichtig ist, dass wir uns jetzt nicht feiern oder zurücklehnen, sondern weitermachen. Nach dem bedeutsamen Teilerfolg, an dem unheimlich viele mitgewirkt haben, gibt es immer noch viele Baustellen zu beackern."

Trotzdem sind den KFC-Helfern schon jetzt die Sympathien gewiss. Galland: "So eine Aktion hat es meines Wissens erst einmal gegeben - und zwar beim FC St. Pauli. Wir dürfen uns jetzt St. Pauli des Westens nennen." Die Tatsache, dass der Ex-Uerdinger Friedhelm Funkel im März (genauer Termin steht noch nicht fest) mit Eintracht Frankfurt zum Freundschafts-Match kommt, ist ein weiterer Mutmacher. Funkel will über einen Sponsor Karten im Wert von 100.000 Euro erwerben und dann ans Publikum verteilen.

Autor: tt

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