1994 schoss Jürgen Margref den damaligen Zweitligisten Rot-Weiss Essen ins DFB-Pokal-Finale, vierzehn Jahre später kämpft der Ex-Profi nun sieben Klassen tiefer um die sportliche Existenz. In der Doppelfunktion des Spieler-Trainers will er mit Niederwenigern nun zum zweiten Mal die Klasse halten. Von vorneherein kein leichtes Unterfangen für den

BL 4: Ex-Profi Margref vor "Auswärts-Tour" mit Niederwenigern

Sportplatz-Umbau soll Meilenstein setzen

Aaron Knopp
21. Januar 2008, 22:07 Uhr

1994 schoss Jürgen Margref den damaligen Zweitligisten Rot-Weiss Essen ins DFB-Pokal-Finale, vierzehn Jahre später kämpft der Ex-Profi nun sieben Klassen tiefer um die sportliche Existenz. In der Doppelfunktion des Spieler-Trainers will er mit Niederwenigern nun zum zweiten Mal die Klasse halten. Von vorneherein kein leichtes Unterfangen für den "Dorfverein", denn die finanziellen Mittel sind bescheiden. Zudem verlieren die Sportfreunde für Monate ihre Platzanlage, was eine halbe Saison voller Auswärtsspiele bedeutet.

Zugegeben, neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge sind alles andere als Anlass, Panikmache zu betreiben. Wenn man aber die Rückserie komplett in der Fremde bestreiten muss, könnte das so manchem Trainer durchaus Angstschweiß auf die Stirn treiben - nicht aber Margref. "Wir haben in der letzten Saison auswärts sogar mehr Punkte eingefahren als zuhause", erinnert sich der Ex-Profi. Die Hinserie 2007/08, in der man dementsprechend nur vor heimischer Kulisse antrat, brachte immerhin 28 Zähler ein.

Sorge bereitet dem Routinier vielmehr ein anderes Problem. Da die Sportfreunde für die Rückserie quasi "heimatlos" werden, ist noch völlig unklar, wo demnächst trainiert werden kann. "Wenn das mit einer längeren Anfahrt verbunden ist und dann vielleicht die Trainingsbeteiligung nachlässt, ist das natürlich kritisch", unkt der Coach.

Dennoch: Der Anlass für den Tausch des Heimrechts ist ja an sich ein sehr erfreulicher: Die Stadt Hattingen muss den Glückauf Sportplatz aufreißen - unter dem Feld soll ein Abwasserkanal gebaut werden, damit wird der Platz für Monate unbespielbar. Als die Pläne bekannt wurden, machte der Klub aus der Not eine Tugend und rief ein ehrgeiziges Projekt ins Leben: Statt den Asche-Belag wieder aufzutragen, sollte die Anlage gleich mit Kunstrasen ausgestattet werden.

Die finanziellen Mittel sind durch zahlreiche Spendenaktionen des eigens für den Umbau gegründeten Fördervereins mittlerweile zum Großteil gesichert, allein auf grünes Licht der Stadt wartet man noch. "Es ist ja bekannt, wie das in der Politik läuft. Bis da Entscheidungen fallen, das dauert", weiß Margref. Daher will er sich auch nicht zu früh freuen: "Hundertprozentig sicher ist uns der neue Platz noch nicht."

Sollte die neue Anlage dann jedoch endlich stehen, sieht der 39-Jährige darin einen Meilenstein in der Entwicklung des Vereins: "Damit hätten wir sicherlich auch die Möglichkeit, den ein oder anderen interessanten Spieler zu locken." Einen wie Margref selbst eben. Seine Motivation, sich für den Vorstadt-Klub zu engagieren, beschränkt sich aber nicht auf die Infrastruktur: "Ich arbeite hier sehr gerne, weil ich eine außergewöhnliche Mannschaft habe", erklärt der Familienvater. "Die Jungs hören zu, nehmen sehr viel auf."

Von einem Wechsel zu einem größeren Klub will Margref daher auch nichts wissen: "Ich bin mit meiner eigenen Fußballschule selbständig und habe genug zu tun. Da ist es für mich ganz einfach Ausgleich, hier zu spielen. Außerdem habe ich zwei Kinder und die Familie geht bei mir nunmal vor. Wenn die Kleinen aber mal größer sind, könnte ich mir schon vorstellen, da vielleicht was zu machen. Dazu müsste ich aber erstmal die Trainerlizenzen nachholen. Im Moment ist das für mich alles noch sehr weit weg. So langfristig plane ich nicht, das habe ich im Fußball gelernt."

Autor: Aaron Knopp

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