Mit dem Film

RS-Kommentar: Timm Thaler oder für eine Hand voll Dollar

Özils verkaufte Seele

21. Januar 2008, 15:04 Uhr

Mit dem Film "Für eine Hand voll Dollar" begründete Regisseur Sergio Leone im Jahr 1964 das Genre des Italo-Westerns. Clint Eastwood spielt den einsamen Reiter Joe, der in dem abgelegenen Dorf San Miguel in New Mexico zwei verfeindeten Familien seine Dienste gegen Entgelt anbietet. Vier Jahrzehnte später könnte Eastwood auch Agent von Fußballprofis sein, der seine kickenden Klienten meistbietend an diesen oder jenen Club verschachert.

In dem dreckigen Geschäft, zu dem längst der Handel von 13-jährigen Kindern gehört, ist Schalkes Youngster Mesut Özil zum Spielball der Interessen geworden. Gebürtig in Gelsenkirchen und mit dem Traum aufgewachsen, mit Schalke 04 in der Bundesliga Fußball spielen zu dürfen, hat der 19-Jährige seine Seele an einen dieser Berater verkauft.

Statt in seiner Heimatstadt in Ruhe vom Talent zum großen Fußballer zu reifen, soll Özil lieber heute als morgen bei einer der besten Adressen im Weltfußball reüssieren. Der Transfer von hier nach dort bringt dem Vermittler schließlich die höhere Provision, als wenn er seinen bestehenden Vertrag verlängern würde. Ob der Teenager will oder nicht, spielt keine Rolle, denn Özil hat keine Meinung dazu, oder er hat sie verkauft wie einst Timm Thaler sein Lächeln.

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