Die Tage Mesut Özils beim FC Schalke scheinen gezählt. Möglicherweise muss der gebürtige Gelsenkirchener noch in diesem Monat gehen, nachdem das von Andreas Müller geforderte Bekenntnis des 19-Jährigen zum Verein ausblieb.

Slomka droht mit Rausschmiss: "Wenn er sich nicht eindeutig positioniert"

Özil vor dem Abschuss

20. Januar 2008, 10:44 Uhr

Die Tage Mesut Özils beim FC Schalke scheinen gezählt. Möglicherweise muss der gebürtige Gelsenkirchener noch in diesem Monat gehen, nachdem das von Andreas Müller geforderte Bekenntnis des 19-Jährigen zum Verein ausblieb.

Vater Mustafa sowie Berater Reza Fazelli weigerten sich in dieser Woche beim Treffen mit dem S04-Manager weiterhin, die von Schalke angebotene und mit Özil offenbar mündlich vereinbarte Vertragsverlängerung von 2009 bis 2011 zu akzeptieren.[imgbox-left]http://www.reviersport.de/include/images/imagedb/preview_5310-5393.jpeg Was tun mit dem Burschen? Slomka vermisst die charakterliche Weiterentwicklung bei Özil. (Foto: firo)[/imgbox]

Den Tonfall in der seit Wochen öffentlich ausgetragenen Personalie hat nun Mirko Slomka verschärft. "Wenn ein Spieler sich nicht eindeutig zu Schalke bekennt, ist das schwierig. Ich hoffe aber, dass Mesut nun noch einmal auf uns zukommt, denn bei dem wichtigen Termin war er, wie vorher schon so oft, nicht da", erklärt der Coach. "Ich glaube aber nicht, dass es seine Entscheidung ist, nicht bei uns bleiben zu wollen, denn Mesut scheint gar keine eigene Meinung zu haben oder sie zumindest nicht vertreten zu dürfen. Er ist eindeutig fremdgesteuert", spricht Slomka offen aus, was seit Wochen gemunkelt wird.

Papa Özil und Agent Fazelli wollen den Spieler bei einem der Top-Clubs in Europa unterbringen. Immer wieder wird ein Interesse von Arsenal London lanciert, doch der Club von Jens Lehmann hat sich bisher nie selbst zu Özil geäußert. "Erstens halte ich Schalke ebenfalls für einen großen Verein in Europa, wenn auch vielleicht nicht auf einer Stufe mit zum Beispiel Arsenal. Und zweitens hat er in seiner noch jungen Profikarriere jede erdenkliche Unterstützung erhalten", betont Slomka. "Er ist in seinem ersten Bundesligajahr auf 19 Einsätze gekommen und war in der laufenden Saison trotz verletzungsbedingter Ausfälle auch schon in 16 Pflichtspielen dabei. Daher muss er eigentlich wissen, dass ich ihn, wie die anderen jungen Spieler in unserem Kader auch, jederzeit unterstütze."

Im Gegensatz zu Youngstern wie Manuel Neuer und Benedikt Höwedes habe sich Özil nur sportlich weiter entwickelt, aber nicht charakterlich. "Manu und Benny waren doch auch von Beratern umgeben, als sie den Schritt nach oben machten. Doch sie haben sich nicht den Kopf verdrehen lassen, weil sie dort oben ganz klar sind und eine eigene Meinung haben. Diesen Prozess hat Mesut versäumt, er ist einfach nicht in der Lage, selbst eine Entscheidung über seine Zukunft zu treffen", bedauert Slomka, einen fußballerisch so vielversprechenden Kicker wegen dessen fehlender Reife zu verlieren.

Das womöglich sofort, bevor am 30. Januar in Wolfsburg das erste Pflichtspiel des neuen Jahres ansteht. "Mesut muss sich jetzt klar positionieren. Sollte das nicht geschehen, ist auch eine vorzeitige Trennung denkbar", macht Slomka klar.

Bleibt Özil, darf er sich auf einen Spießrutenlauf einstellen. Schalkes Fans stehen zwar treu zu ihrem Verein, aber nicht bedingungslos hinter jedem Spieler. Vor allem dann nicht, wenn dessen Vertrag plötzlich bei der Zeitung landete. Einer, der als raffgierig ausgeguckt wird und sein Bekenntnis zu Königsblau offen verweigert, ist beim Publikum schnell unten durch. Die Trennung ist vorprogrammiert und in einer äußerst verzwickten Situation für beide Seiten nun die bessere Lösung, zumal der Club jetzt noch auf eine ordentliche Ablöse hoffen darf.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren