So, jetzt sind wir also mittendrin im Turnier. Weißrussland locker weggesäbelt und dann auch noch ein weiteres Erfolgserlebnis eingefahren: Andrej Klimovets hat bei der gegnerischen Hymne nicht mitgesungen, auch wenn er immer noch weißrussischer Rekord-Nationalspieler ist – und wurde ganz nebenbei als Spieler des Tages geehrt. Einen Wehrmutstropfen gibt es aber: Oleg Velyky musste nach vier Minuten humpelnd auf die Bank, wo er neben Johannes Bitter Platz nahm.

Tagebuch von der Handball-EM

Tag 2, Donnerstag, 17. Januar

17. Januar 2008, 20:08 Uhr

So, jetzt sind wir also mittendrin im Turnier. Weißrussland locker weggesäbelt und dann auch noch ein weiteres Erfolgserlebnis eingefahren: Andrej Klimovets hat bei der gegnerischen Hymne nicht mitgesungen, auch wenn er immer noch weißrussischer Rekord-Nationalspieler ist – und wurde ganz nebenbei als Spieler des Tages geehrt. Einen Wehrmutstropfen gibt es aber: Oleg Velyky musste nach vier Minuten humpelnd auf die Bank, wo er neben Johannes Bitter Platz nahm.

Der meinte später: „Man hat sofort gemerkt, dass da etwas nicht stimmt.“ Die genaue Diagnose steht allerdings noch aus. Und als nächstes sind erstmal die Ungarn dran. Aber erst am Samstag, so dass die DHB-Truppe den Abend ebenso wie die zahlreich mitgereisten Journalisten genießen kann. Das gilt auch für die deutschen Fans, die stilsicher mit Krönchen aufgelaufen sind und der Hingucker in der halbvollen Halle waren. Ihre „Thronfolger“ haben als geborene Optimisten offenbar schon vor Turnier-Beginn die Hauptrunde gebucht, ebenso wie die dazugehörige Reise.

Dementsprechend handballfrei präsentiert sich Bergens Innenstadt. Außer den dauerknipsenden Japanern lassen sich lediglich die Spanier direkt als Nicht-Norweger identifizieren. Die schlenderten noch am Mittag lässig über den Fischmarkt und haben außer den Matjesbrötchen nichts ausgelassen.

Cooler sind da nur die Einheimischen, die selbst bei null Grad noch im Hemd durch die Fußgängerzone flanieren. Unter die können sich aktuell auch Carsten Lichtlein, Lars Kaufmann und Rolf Hermann mischen, die von Bundestrainer Heiner Brand zunächst aus dem 18-Mann-Kader gestrichen worden sind.

Womit das deutsche Aufgebot aktuell 15 Akteure umfasst und einer aus dem Trio noch während der Vorrunde ins Geschehen eingreifen könnte. Allein deshalb werden die Lemgoer Pechvögel heute Abend nicht über die Stränge schlagen. Die Spanier wohl auch nicht, obwohl die unvermeidliche BarCelona auch in Bergen nicht weit ist.

Bis morgen,
Kai Griepenkerl

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