Thomas Obliers mit einer Meldung über eine verletzte Akteurin noch großartig aus der Reserve zu locken, ist ein Unterfangen, das sehr schwer ist. Öffentlich wird der Coach des FCR Duisburg bestimmt nicht fluchen – hinter verschlossenen Türen dürfte er nachvollziehbar aber häufiger das Beißholz rausholen. „Was soll ich machen, jammern nützt mir überhaupt nichts.

FCR Duisburg: Auch Schröder auf Eis - Coach Obliers motzt nicht

Weiter medizinische Akkordarbeit

og
17. Januar 2008, 19:02 Uhr

Thomas Obliers mit einer Meldung über eine verletzte Akteurin noch großartig aus der Reserve zu locken, ist ein Unterfangen, das sehr schwer ist. Öffentlich wird der Coach des FCR Duisburg bestimmt nicht fluchen – hinter verschlossenen Türen dürfte er nachvollziehbar aber häufiger das Beißholz rausholen. „Was soll ich machen, jammern nützt mir überhaupt nichts.

Wenn es bei allen die identische Verletzung wäre, könnte man sagen, man macht irgendwas falsch, aber das ist nicht der Fall.“ Beim prächtigen Hallenturnier am kommenden Samstag und Sonntag, 19. und 20. Januar, in der Sporthalle der Realschule Jöllenbeck ("Weltklasse 2008 in Bielefeld“) darf keine neue Kandidatin verbucht werden.

Das nächste Lazarett-Kapitel schreibt jetzt „Coco“ Schröder, die sich beim Hallenmasters in Bonn verletzte (RS berichtete). Die Mediziner diagnostizierten eine Schultereckgelenkssprengung, die Defensiv-Akteurin wird also knapp sechs Wochen – mitunter im wahrsten Sinne des Wortes – auf Eis liegen. „Sofortige Reha ist wichtig, sonst wird der Bewegungs-Spielraum des Gelenks eingeschränkt“, erklärt Obliers, „alles bis zur Schmerzgrenze.“

Mit Marith Prießens Comebeck rechnet Obliers nach ihrem Kreuzbandriss in dieser Saison nicht mehr. Dafür soll Lira Bajramaj nach ihrer Meniskus-OP bald wieder parat stehen. Obliers: „Sie wird in der nächsten Woche voraussichtlich wieder ins Training einsteigen, alles mit einem abgespeckten Programm. Gut, dass Marith aber schon wieder lacht.“ Das macht Elena Hauer (Achillessehnenriss) eher nicht, sie wird bei ihrer Arbeit immer wieder zurückgeworfen, ein neuer Termin für „die Röhre“ steht an. Obliers: „Sobald die Belastung zu hoch ist, reagiert der Fuß, mit ihr kann ich vorerst nicht rechnen.“ Jennifer Oster (Schienbeinbruch) dürfte nach absolvierter Vorbereitung bald wieder ihr Leistungsvermögen erreichen. „Sie trainiert voll“, atmet der A-Lizenzinhaber durch. Keeperin Katrin Längert erlitt zwei Muskelfaserrisse, wird auch noch einmal durchleuchtet, bevor sie vielleicht nächste Woche Gewehr bei Fuß steht.

Obliers: „Wir wollen ausschließen, dass da noch irgendwas im Körper ist, das sind uns zu viele Muskelgeschichten.“ Damit hat Spielführerin Sonja Fuss nichts am Hut, allerdings schlägt sie sich seit 14 Tagen mit einer Bronchitis herum.
Die Ärzte müssen so einiges anpacken, die Club-Verantwortlichen auch. Bajramajs Management wird man sicherlich den Vertrag zugefaxt haben, nach dem die Akteurin bei der Konkurrenz angeboten wurde, in Duisburg allerdings noch bis 2009 gebunden ist. Das ist Schröder nicht, deshalb ist das Anpreisen der Kickerin bei anderen Clubs – gleich im Doppelpack mit Weltmeisterin Bajramaj (RS berichtete) legitim. Gesprochen werden muss mit Annike Krahn, die sich bekanntermaßen immer erst spät auf der Zielgeraden zu einer Unterschrift durchringt, Patricia Hanebeck sowie Nicole Bender.

Im aktuellen Wechselfenster vielleicht personell zu reagieren, kommt für Obliers nicht in Frage. „Wir holen niemanden, wir trainieren nur. Das, was wir uns vorstellen, ist nicht auf dem Markt oder kann man nicht bezahlen. Ein Schnellschuss kommt nicht in Frage. Außerdem ist unsere zweite Mannschaft stark.“

Autor: og

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